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Der Netzwerker

Stephan Schiele, Gesamtkoordinator bei MigraNet

Geschlossene Türen und trennende Mauern behindern seine Arbeit. Deshalb hat Stephan Schiele die Tür zu seinem Büro immer offen stehen - und die Wand zum Nachbarbüro einer Mitarbeiterin im vergangenen Jahr kurzerhand durchbrechen lassen: "Wir müssen hier in ständigem Austausch sein, anders würde MigraNet nicht funktionieren", sagt der Augsburger Sozialpädagoge. "Wenn ich etwas in Ruhe bearbeiten muss, dann mache ich das sehr früh ab sieben Uhr, wenn ich noch alleine bin."

MigraNet ist eines der bundesweit 16 Landesnetzwerke im Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung" (IQ), das die berufliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund unterstützt. Seit Juli 2014 wird IQ vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verwaltet. Stephan Schiele ist der Gesamtkoordinator für Bayern und zudem ehrenamtlich einer der Geschäftsführer des Augsburger Vereins Tür an Tür e.V., der unter anderem Integrationsprojekte durchführt. Seit wenigen Jahren hat Stephan Schiele sein Büro im "Zentrum für interkulturelle Beratung", das Angebote unterschiedlicher Träger beherbergt und sich in einem ehemaligen Straßenbahndepot befindet.

Ein Mann hält vor einer Gruppe einen Vortrag im Hintergrund läuft eine Power Point Präsentation. Netzwerktreffen: Die Augsburger Partner von MigraNet tauschen sich regelmäßig über den Stand der Projekte aus. Quelle: Gerd Fürstenberger

Langjährige Projekterfahrung

"Wir verfolgten in Augsburg seit vielen Jahren das Ziel, zielgruppenübergreifend alle Beratungsangebote für Migranten, ob Flüchtling, Asylbewerber oder hochqualifizierte Fachkraft, unter einem Dach zu vereinen", erläutert der drahtige 50-jährige mit dem markanten Ohrring. Dank einer Projektförderung aus dem Europäischen Integrationsfonds konnte dies verwirklicht werden. Stephan Schiele hat langjährige Erfahrung mit Projekten, zunächst in der offenen Kinderarbeit, seit dem Jahr 2000 dann bei Tür an Tür.

Heute ist es seine Hauptaufgabe, gemeinsam mit Co-Geschäftsführerin Tülay Ates-Brunner, MigraNet und seine fast 50 Teilprojekte zu koordinieren. Das IQ-Förderprogramm gibt seinen Landesnetzwerken und damit deren Projektarbeit drei Handlungsschwerpunkte vor: Einerseits geht es darum, die Arbeit der Beratungsstellen für die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse weiterzuentwickeln. Zudem werden für Zugewanderte, deren im Ausland erworbene Berufsabschlüsse im Anerkennungsverfahren nicht als gleichwertig betrachtet werden, Anpassungsqualifizierungen angeboten. Dritter Schwerpunkt sind interkulturelle Trainings für relevante Akteure wie etwa Unternehmen oder öffentliche Einrichtungen, die Deutschland für ausländische Fachkräfte attraktiver machen sollen.

Anregungen aus der Praxis

Ein Mann sitzt an seinem Schreibtisch im Hintergrund steht sein Computer und ein Laptop.Stephan Schiele koordiniert das bayerische Landesnetzwerk MigraNet im Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung". Quelle: Gerd Fürstenberger

"Wichtig ist mir, immer wieder mit den Kolleginnen und Kollegen aus den Teilprojekten über ihre Arbeit, auch über konkrete Einzelfälle zu sprechen", betont Schiele. "Ich brauche den Kontakt zur Basis und bin auf die Kenntnisse und Ideen aller angewiesen. Diese bündele ich, gebe sie weiter und schmiede aus ihnen gemeinsam mit den Partnern wenn möglich neue Projekte." Um "untypische" Anfragen, die nicht gleich einem bestimmten Angebot zuzuordnen sind, kümmert er sich auch gern einmal persönlich. So erfuhr er kürzlich von drei ukrainischen Spitzensportlern, die nach einem Wettkampf in Deutschland bleiben wollten: "Die saßen dann bei mir im Büro und ich habe ihnen erst einmal alle Wege erklärt, die sie einschlagen können. Wenn sie sich entschieden haben, leite ich sie an die passende Stelle weiter." Gerade solche Einzelanfragen, die Schiele über seine internationalen Kontakte nicht selten auch aus dem Ausland erreichen, zeigen Bedarfe auf.

Langjährig politisch und für Migranten engagiert, freut sich der Augsburger Sozialpädagoge über die gesellschaftliche Dynamik, die mit dem Zuwanderungsgesetz von 2005 entstanden ist. "Auch im BAMF selbst erlebe ich heute eine große Diversität, und bei allen Diskussionen über das Was und das Wie verfolgen Bund und Nichtregierungsorganisationen im IQ-Netzwerk heute gemeinsame Ziele."

Text: Gerd Fürstenberger

Datum 10.09.2015

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