BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - 10 Jahre Forschungszentrum

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10 Jahre BAMF-Forschungszentrum

Seit der Verabschiedung des Zuwanderungsgesetzes hat das Bundesamt nicht nur einen Integrations-, sondern auch einen Forschungsbereich. Dieser forscht zu Migrations- und Integrationsfragen und liefert damit Erkenntnisse zur Weiterentwicklung von Integrationsmaßnahmen und Steuerung der Migration. Mehr als zwanzig wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten derzeit an Studien zu den Themen weltweite und irreguläre Migration, Islam, Integration und ökonomische Zusammenhänge. Die Forschungsergebnisse dienen der politischen Beratung, werden aber auch als Publikationen der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Bisher sind vom Forschungsbereich 25 Forschungsberichte, 63 Working Paper, 7 Beitragsbände und der jährliche Migrationsbericht der Bundesregierung erschienen (Stand August 2015). Im Folgenden präsentieren wir eine kleine Auswahl der Forschungsprojekte aus den letzten zehn Jahren.

Integrationspanel

2009 wurde zum ersten Mal mit dem Integrationspanel die Wirkung und Nachhaltigkeit von Integrationskursen 2007 bis 2011 evaluiert. In einer groß angelegten Längsschnittbefragung wurden über vier Jahre 3.900 Integrationskursteilnehmerinnen und -teilnehmer sowie eine Kontrollgruppe von 3.700 Personen befragt. Zentrales Ergebnis: Integrationskursteilnehmende steigerten ihre Sprachkompetenz im Kursverlauf stärker als Personen ohne Kursteilnahme. Von der Teilnahme profitieren besonders Personen mit einem niedrigen Bildungsniveau, die außerhalb eines Kurses ihre Sprachkenntnisse kaum selbst weiterentwickelt hätten. Die Wirkung des Integrationskurses geht aber über den Spracherwerb hinaus. Durch den Besuch des Kurses konnten die Befragten Kontakte mit anderen knüpfen und fühlten sich mit Deutschland mehr verbunden. Die Teilnahme bietet zudem die Basis für eine spätere Integration in den Arbeitsmarkt.

Muslimisches Leben in Deutschland 2008

Mit der Studie Muslimisches Leben in Deutschland hat das Forschungszentrum des Bundesamtes erstmals eine bundesweit repräsentative Datenbasis über Muslime vorgelegt. Die Studie beruht auf Interviews mit 6.004 Personen aus 49 muslimisch geprägten Herkunftsländern und gibt erstmalig einen umfassenden Überblick über die Anzahl, religiöse Praxis und Aspekte der Integration. Nach den Erkenntnissen der Studie leben in Deutschland zwischen 3,8 und 4,3 Millionen Muslime. Dabei bilden Muslime aus der Türkei sowie deren in Deutschland geborene Angehörige erwartungsgemäß die größte Gruppe. Mehr als ein Drittel stammt aus anderen Ländern. Durch die Studie wird deutlich, dass die in Deutschland lebenden Muslime in Bezug auf Herkunft, Glaubensrichtung, religiöse Praxis sowie soziale Situation eine sehr heterogene Gruppe bilden. Derzeit ist eine Nachfolgestudie in Arbeit.

Beschäftigung ausländische Absolventinnen und Absolventen deutscher Hochschulen

Für die BAMF-Absolventenstudie wurden sowohl ausländische Akademikerinnen und Akademiker befragt, die nach ihrem Studium in Deutschland geblieben sind, als auch solche, die ins Ausland zurückgekehrt sind. Zusätzlich wurden Daten aus dem Ausländerzentralregister ausgewertet. Letztere ergaben, dass etwa 56 Prozent der Drittstaatsangehörigen, die im Zeitraum von 2005 bis 2012 in Deutschland studiert haben, noch hier leben – eine vergleichsweise hohe Bleibequote. Hauptherkunftsländer ehemaliger Absolventinnen und Absolventen sind die Volksrepublik China, die Russische Föderation, die Ukraine, die Türkei und Indien. Von den in Deutschland gebliebenen Absolventinnen und Absolventen gaben 81 Prozent an, mit ihrem Leben in Deutschland insgesamt zufrieden zu sein und sich sicher zu fühlen. Fast ein Drittel beabsichtigt, für immer in Deutschland zu bleiben. Weitere 43 Prozent planen einen Aufenthalt von mindestens zehn Jahren.

Vor den Toren Europas? Das Potenzial der Migration aus Afrika

Welche Faktoren führen dazu, dass Menschen von Afrika nach Europa migrieren? Mit dieser Frage beschäftigt sich die 2010 erschienene Studie "Vor den Toren Europas?". Die Untersuchung beleuchtet vier Aspekte: die demografischen Strukturen des afrikanischen Kontinents, die Entwicklung von Wirtschaft und Arbeitsmarkt, politische Faktoren wie Regierungsformen und Konflikte sowie umweltrelevante Faktoren wie z.B. Auswirkungen des Klimawandels. Die Ergebnisse wurden in Bezug gesetzt zu den regulären und irregulären Migrationsbewegungen zwischen Afrika und Europa sowie der bereits hier lebenden afrikanischen Bevölkerungen. In ähnlicher Form ging 2012 die Studie "Das Migrationspotenzial aus der GUS in die Europäische Union" vor. Aktuell befindet sich eine weitere Studie zu Indien in Arbeit.

Weitere Informationen zu dem Forschungsauftrag des BAMF, den Themen und den Ergebnissen finden Sie in der rechten Spalte.  

Datum 14.09.2015

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