Umsetzung im Handlungsfeld gesellschaftliche Integration
Zur Erprobung ausgewählter Empfehlungen im Handlungsfeld gesellschaftliche Integration setzt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gegenwärtig die folgenden Schwerpunkte:
Stärkung von Migrantenorganisationen
Um die Projektförderung des BAMF stärker für Migrantenorganisationen zu öffnen, nennt die 2010 in Kraft getretene Förderrichtlinie sie erstmals explizit als mögliche Zuwendungsempfänger und weist darauf hin, dass die integrative Wirkung beantragter Projekte durch die umfassende Mitwirkung von Migrantenorganisationen verstärkt werden soll. Parallel dazu hat das BAMF die Förderung von Qualifizierungsmaßnahmen für Migrantenorganisationen (insbesondere zur Professionalisierung ihrer Vereinsarbeit) und ihre Beratung verstärkt und spezielle Informationsveranstaltungen durchgeführt. Diese Maßnahmen haben dazu geführt, dass sich der Anteil der Projekte von Migrantenorganisationen im Vergleich zu den Jahren vor 2009 mehr als verdreifacht hat.
Um verschiedene Kooperationsmöglichkeiten zwischen Migrantenorganisationen und anderen Trägern als gleichberechtigte Partner zu erproben, fördert das BAMF gegenwärtig 15 Modellprojekte, die gemeinschaftliche von einer Migrantenorganisation und einer anderen Organisation beantragt und geleitet werden. Um übertragbare Erkenntnisse zu erhalten und Handlungsempfehlungen zu erstellen werden die Modellprojekte fachlich und wissenschaftlich begleitet.
Gesellschaftliche Teilhabe von Jugendlichen stärken: Interkulturelle Öffnung der Jugendverbandsarbeit
Um die Kenntnisse über Vereine von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu verbessern, hat das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Rahmen des bundesweiten Integrationsprogramms die Entwicklung einer Datenbank der in Deutschland tätigen Vereine von Jugendlichen mit Migrationshintergrund gefördert, in der rund 270 Vereine eingetragen sind. Die Datenbank steht allen Interessierten unter http://www.idaev.de/service/vereine-junger-migranten zur Verfügung.
Die Jugendbildungsstätte Unterfranken hat in einem vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Projekt das Angebot von "Bildungsschecks zur interkulturellen Öffnung" für haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in Jugendverbänden und -ringen, der Stadtjugendämter sowie weiterer Träger der offenen Jugendarbeit erprobt. Diese Bildungsschecks sollten es den Einrichtungen ermöglichen, ihren Bedürfnissen entsprechende personelle Leistungen im Bereich der interkulturellen Öffnung bzw. Qualifikation bei der Jugendbildungsstätte Unterfranken abzurufen, ohne dabei eigene Förderanträge stellen zu müssen.


