Umsetzung im Handlungsfeld sprachliche Integration
Im Handlungsfeld sprachliche Integration erprobt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) - in Zusammenarbeit mit anderen Akteuren - insbesondere Empfehlungen zur Förderung bildungssprachlicher Deutschkenntnisse in der Schule sowie am Übergang von der Schule in die Ausbildung.
Ergänzender bildungssprachlicher Deutschunterricht an Hauptschulen
Das BAMF führt gemeinsam mit Partnern in den Bundesländern Niedersachsen, Bayern und Berlin seit 2008 ein Modellprojekt durch, in dessen Rahmen Hauptschüler mit Migrationshintergrund ergänzende Deutschförderung erhalten. Gemeinsam mit Experten aus Wissenschaft, Unterrichtspraxis und Verwaltung entwickelt das BAMF ein Unterrichtskonzept zum begleitenden bildungssprachlichen Deutschunterricht. Es soll sprachliche Defizite ausgleichen, die einem erfolgreichen Schulabschluss entgegen stehen. Dabei steht die Bildungssprache Deutsch im Mittelpunkt.
Mit den erworbenen Kenntnissen sollen die Jugendlichen dem Unterricht besser folgen und sich mündlich und schriftlich aktiv an ihm beteiligen können. Das Projekt stellt Module für einen ergänzenden Deutschunterricht von der 5. bis zur 9. Klasse bereit. Die Umsetzung begann 2009 in den beteiligten Ländern an jeweils mehreren Standorten. Der Unterricht kann durch Maßnahmen der Länder ergänzt werden, etwa durch Elternarbeit oder intensive Beratung und Begleitung der Jugendlichen am Übergang in die Ausbildung. Das Modellprojekt, das bis 2011 läuft, wird wissenschaftlich evaluiert. Es verdeutlicht, wie Bund und Länder ihre Kräfte bündeln können, ohne Zuständigkeiten aufzulösen.
Ausbildungsbezogenes Sprachtraining
Im Projekt "Sprachtraining für Schule und Beruf" hat das Institut für Auslandsgermanistik/Deutsch als Fremd- und Zweitsprache der Universität Jena ein Online-Angebot entwickelt, das sich an Schüler am Übergang von der Schule in den Beruf und ihre Lehrkräfte richtet. Für unterschiedliche Berufsfelder hat das Institut Selbstlern- und Lehrmaterialien entwickelt und als Download zur Verfügung gestellt. Sie sollen Jugendliche mit Migrationshintergrund unterstützen, die sprachlichen Anforderungen einer Berufsausbildung zu meistern. In einzelnen Modulen können anhand konkreter Beispiele – etwa das Führen eines Berichtshefts – ausbildungsbezogene Deutschkenntnisse weiterentwickelt werden. Die Materialien können begleitend zum Selbstlernen oder direkt im Unterricht eingesetzt werden. Neben Online-Modulen mit interaktiven Übungen und Animationen gibt es auch Kopiervorlagen der Trainingsmaterialien und Internetressourcen. Die Entwicklung der Online-Materialien wurde vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge im Rahmen der Umsetzung der Empfehlungen des bundesweiten Integrationsprogramms unterstützt. Weitere Informationen unter: http://www.sprachtrainingberuf.de
Qualifizierungsmodule für durchgängige Sprachförderung
Im Rahmen des Modellprojekts "FörMig online Durchgängige Sprachförderung: Ein Qualifizierungsbaustein für Lehrkräfte aller Fächer in der Sekundarstufe I" hat die Universität Hamburg aufbauend auf den Erkenntnissen aus dem Modellprogramm "Förderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund" multimediale Qualifizierungsbausteine für die Lehrkräftefortbildung entwickelt. Die Materialien thematisieren insbesondere die durchgängige Sprachförderung und den Umgang mit sprachlich heterogenen Lerngruppen. Das Material ist in Kombination von Präsenzlehrangeboten und Selbststudium flexibel einsetzbar. Das Projekt wurde als Modellprojekt des bundesweiten Integrationsprogramms durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert.


