BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Organisation und Partner

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Den Menschen im Blick. Schützen. Integrieren.

Organisation und Partner

Auf Grund der vielfältigen und sehr individuell zu gestaltenden Fachanwendungen hat sich die IT im Bundesamt in einem breitgefächerten Spektrum innovativ und kompetent positioniert.

Ursprünglich auf die Wartung und Pflege einer Fachanwendung konzentriert, hat sich die IT-Gruppe zwischenzeitlich zu einem Kompetenzteam entwickelt, welches die unterschiedlichsten Fachanwendungen im Bereich Asyl, Integration und Migration konzeptioniert und realisiert hat. Die Implementation von Fachanforderungen erfolgt überwiegend durch eigenes Personal und wird nur zum Abbau von Spitzenlasten und bei sehr speziellen Anforderungen durch Externe unterstützt.Von der Beschreibung der fachlichen Anforderung über die Konzeption, Entwicklung, Testen und Inbetriebnahme/Pflege wird der gesamte Kreislauf durch internes gut ausgebildetes Personal betreut.

Bei der Entwicklung der Fachanwendungen wird auf offene Standards und in hohem Maße auf die Wiederverwertbarkeit der Module geachtet. Die Entwicklung unter serviceorientierter Architektur (SOA) wird im Bundesamt praktiziert.In vielen Fällen werden Schnittstellen zu anderen Behörden durch das Bundesamt realisiert bzw. externen Partner und Behörden Anwendungen und Anwendungskomponenten zur Verfügung gestellt.

Datennetze und Fachanwendungen

Das Bundesamt verfügt über eine hochmoderne vernetzte IT-Landschaft. Zum Einsatz kommen unterschiedlichste Fachanwendungen auf OpenSource-Basis, die über standardisierte Schnittstellen sowohl im Bundesamt mit seinen ca. 2.200 Mitarbeitern als auch zu Partnern online den Datenaustausch sicherstellen. Partner sind andere Bundesbehörden, Landes- und Kommunalbehörden sowie Datenverarbeitungszentren.

Durch die Aufgabenverteilung auf 24 Standorte und die Zentrale wurde die IT im Bundesamt schon in den 90er Jahren mit der Fragestellung konfrontiert, schnellen aber auch wirtschaftlichen Datenaustausch beim Design von neuen Anwendungen zu berücksichtigen. Die hierbei gewonnenen Erfahrungen kommen nun der Entwicklung von Anwendungen zur Anbindung Dritter zu Gute. Bei den Fachanwendungen zur Verwaltung, Durchführung und Steuerung von Integrationsmaßnahmen werden so zum Beispiel ca. 690.000 Personen und ca. 35.000 Kurse verwaltet und über 290 Ausländerbehörden nutzen zwischenzeitlich online diese Anwendungen (Zahlen Stand Januar 2009). Unter diesen Systemen werden Integrations- und Sprachkurse mit ca. 2.000 Kursträgern abgewickelt.

Anwendungen zum Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft mit Einbürgerungstests wurden bereits von über 18.000 Teilnehmern im 3./4. Quartal 2008 genutzt.

Das Fachinformationsportal MILo stellt Informationen zu den Themen Migration, Asyl, Integration, vorübergehenden Schutz und Rückkehrförderung zwischenzeitlich über 4000 registrierten Nutzern mit erweiterten Funktionalitäten europaweit und mehrsprachig zur Verfügung. Die Grundinformationen in diesem System -öffentliche Dokumente- kann jedermann nutzen.

Partner

Für den Bereich des Ausländerwesens wurde in 2010 ein gemeinsamer Austauschstandard X Ausländer auf der XML-Basis geschaffen. Das Projekt wird gemeinsam von Behörden aus Bund, Ländern und Gemeinden unter Beteiligung der Koordinierungsstelle XÖV durchgeführt. Die Projektleitung liegt beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Bei Planung und Umsetzung von Integrationskursen bietet das Bundesamt den Ausländerbehörden Services für den automatisierten Datenaustausch auf Basis einer serviceorientierten Architektur an.

Gemeinsam mit Vertretern von Bund und Ländern wird anhand eines Prototyps ein Informationsportal für das Ausländerwesen entwickelt. Ziel ist die gebündelte Bereitstellung von Informationen für alle Ausländerbehörden und nachfolgend für Bundes- und Länderministerien.

Interessierte Landesbehörden können das Informationssystem MILo nutzen, das Informationen aus den Bereichen Migration, Asyl, Integration, Vorübergehender Schutz und Rückkehrförderung enthält. Insbesondere im Länderbereich der Justiz (Gerichte) wird MILo eingesetzt.

Das Asylverfahren wird im Bundesamt durch ein Workflow- und Dokumentenmanagementsystem unterstützt. Mit Gerichten in Rheinland- Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird die gesicherte und medienbruchfreie Übermittlung von elektronischen Dokumenten im Asylverfahren erprobt.

Das Bundesamt kooperiert für sein webbasiertes Geodaten- Informationssystem Web-GIS mit dem Bundesamt für Kartografie und Geodäsie durch die Nutzung der über Webdienste angebotenen Geodaten. Diese Anwendung stellt einen weiteren Schritt innerhalb der Geodateninfrastruktur Deutschlands (GDI- DE) dar.

Das Bundesamt hat Umsetzungsaufgaben im Rahmen des Europäischen Sozialfonds (ESF) übernommen. Die Programmbereitstellung und - abwicklung geschieht in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sowie der Europäischen Kommission. Mit einer eigenen Anwendung werden Daten für die automatische Übernahme in das IT- System des BMAS qualitätsgesichert bereitgestellt. Damit wird die durchgängige IT- Unterstützung eines ebenenübergreifenden Geschäftsprozesses ermöglicht.

Das Bundesamt hat bereits die Ziele des Haager Programms der Europäischen Union umgesetzt und die Partnerbehörden aus 29 europäischen Staaten und die Europäische Kommission an seine Herkunftsländer-Datenbank MILo angeschlossen. Im Gegenzug erhält das BAMF Herkunftsländerinformationen der Partnerbehörden.

Im Rahmen des Patenschaftssystems (European Country of Origin Sponsorship (ECS) ist das Bundesamt mit seinem Informationszentrum Asyl und Migration Initiator und Mitglied eines europäischen Patenschaftssystems. Die beteiligten europäischen Staaten stellen zum Zwecke der Informationsbündelung nach dem Prinzip "Einer für alle" als "Paten" ihr länderspezifisches Spezialwissen den Partnern für ein oder mehrere Herkunftsländer zur Verfügung. Technische Plattform für den Informationsaustausch ist das System MILo des Bundesamtes.

Datum 18.01.2011

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