BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Beratungsstelle Radikalisierung

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FAQ: Beratungsstelle Radikalisierung

Gibt es die Beratung auch in anderen Sprachen als Deutsch?

Ja, wir beraten auch in Englisch, Französisch, Arabisch, Türkisch, Russisch, Usbekisch und Persisch.

Ich habe Angst, dass mein Kind, meine Freundin, mein Schüler An­deren etwas im Namen seiner Religion antut – was soll ich machen?

Rufen Sie uns so schnell wie möglich an! Unsere Fachleute klären gemeinsam mit Ihnen, ob tatsächlich eine Gefahr für andere Menschen besteht.

Ich habe den Eindruck, dass mein Kind, Freund oder meine Schülerin zunehmend radikale Ansichten vertritt – wann muss ich mir Sorgen machen? Woran erkenne ich, dass er oder sie auf eine Radikalisierung zusteuert oder einer islamistischen Gruppe angehört?

Es gibt keine feste Checkliste von Anzeichen aus denen man klar schließen kann, dass ein Mensch radikal wird. Die einzelnen Tatsachen aus der folgenden Aufzählung müssen für sich genommen nicht besorgniserregend sein. Sie können aber, ins­besondere bei einer Häufung, ein Hinweis darauf sein, dem Sie nachgehen sollten. Gerne können Sie uns kontaktieren, wenn Ihr Kind, Freund oder Ihre Schülerin in letzter Zeit

  • seine Lebensweise (z. B. Ess- und Schlafgewohnheiten, Hobbys) deutlich ändert und die vorherige als verwerflich darstellt,
  • den Kontakt mit dem bisherigen Umfeld einschränkt oder gar aufgibt und sich stattdessen neuen Freundschaften, Internetseiten oder Predigern zuwendet, die erkennbar extremistische Ansichten vertreten,
  • keine Kritik an der eigenen religiösen Überzeugung zulässt und verstärkt nur noch in Schwarz und Weiß denkt ("alle, die das anders sehen, haben Unrecht/sind böse/ungläubig"),
  • sich zunehmend aggressiver Worte und Formulierungen bedient, wenn es um die Verteidigung der Religion geht,
  • davon träumt, für seine islamistischen Ziele zu kämpfen und zu sterben.

Ist die Entscheidung für den islamischen Glauben ein Anzeichen für eine Radikalisierung?

Nein, Islam ist nicht gleich Extremismus. Wie in jeder Religion gibt es auch im Islam gemäßigte und radikale Strömungen. Selbst wenn ein Mensch sich einer fundamentalistischen Glaubensgemeinschaft anschließt, wird er nicht zwangsläufig extremistisch. Genauso wenig sagt die Stärke der Religiosität etwas über eine mögliche Radikalisierung aus.

Muss ich für die Beratung etwas bezahlen?

Nein, die Beratung ist kostenlos. Egal wie lange der Beratungs­prozess dauert oder Sie die Betreuung in Anspruch nehmen möchten, Sie müssen dafür nichts bezahlen.

Redet die Beratungsstelle auch mit meinem Kind, Freund oder meiner Schülerin?

Nein. Unsere Berater unterstützen Sie als Eltern, Angehörige, Freunde und Lehrer dabei, den Kontakt zu ihrem Kind, der Schülerin oder dem Freund nicht zu verlieren. Sie zeigen Wege auf, wie Sie ihn oder sie vor einer drohenden Radikalisierung bewahren können. Der Grund: Sie haben bereits ein Vertrauens­verhältnis zu der Person. Dieses Vertrauen Ihres Kindes, Freundes oder der Schülerin ist der Schlüssel, um es wieder zurück in die Familie, den Freundeskreis und die Klassengemeinschaft zu holen. Selbst wenn der Kontakt derzeit schlecht oder abgebrochen ist, lohnt es sich, diese Brücke langsam wieder aufzubauen und zu stärken. Die Berater unterstützen und begleiten Sie in dieser schwierigen Situation mit professioneller Hilfe. Sie reden jedoch nicht mit Ihrem Kind, Ihrem Freund oder Ihrer Schülerin.

Wann kann ich erste positive Veränderungen bei meinem Kind, meiner Schülerin oder meinem Freund bemerken?

Zeitpunkt und Art der Veränderung sind bei jedem Menschen unterschiedlich. Sie als Vertrauensperson werden sie zuerst bemerken. Erste Erfolge können sein, dass Ihr Kind, Ihre Freun­din oder Ihr Schüler wieder mehr von sich erzählt, offener ist, wieder den Kontakt zu alten Freunden hält. Die Veränderung passiert nicht plötzlich, sondern nach und nach.

Was passiert, wenn ich es mir anders überlege und die Beratung abbrechen möchte?

Sie können die Beratung jederzeit abbrechen. Es ist auch möglich, sie zu unterbrechen und zu einem späteren Zeitpunkt wieder Kontakt zur Beratungsstelle aufzunehmen.

Wer sind die Berater vor Ort?

Die Männer und Frauen in den Beratungsteams vor Ort haben ganz unterschiedliche Ausbildungen und Hintergründe. Es sind u. a. Islam-, Politik- und Religionswissenschaftler sowie Sozialpädagogen. Unabhängig davon, welchen Abschluss sie haben – sie alle haben umfangreiche Erfahrung in der Beratung von Angehörigen radikalisierter Menschen. Zudem gibt es an allen Standorten auch muslimische Beraterinnen und Berater mit und ohne Migrationshintergrund.

Wie lange dauert die Beratung?

Es gibt keinen festen Zeitraum für die Dauer einer Beratung. Manchmal kann schon das erste Gespräch helfen, wichtige Fragen zu klären und Unsicherheiten zu beseitigen. Ebenso kann die Beratung und Betreuung mehrere Monate dauern.

Wie vertraulich ist die Beratung? Informiert die Beratungsstelle die Sicherheitsbehörden, wenn ich mich an sie wende?

Wir behandeln alle Anrufe vertraulich. Außer Ihnen und uns erfährt niemand etwas über Sie, Ihr Anliegen und die Beratung. Ihre Kontaktdaten geben wir nur mit Ihrem Einverständnis an die Berater vor Ort weiter. Die Sicherheitsbehörden werden nicht informiert. Sollte sich jedoch im Laufe des Beratungspro­zesses herausstellen, dass Gefahr für Andere von Ihrem Kind, Freund oder der Schülerin ausgeht, müssen wir die Sicher­heitsbehörden informieren – sofern Sie sich noch nicht an sie gewandt haben. Das ist der Ausnahmefall und geschieht erst, nachdem alle Hinweise sehr sorgfältig überprüft worden sind.

Zusatzinformationen

Telefonbucheintrag der Beratungsstelle in einem Mobiltelefon - © BMI/Hans-Joachim Rickel

Beratungsstelle Radikalisierung

Das Team der Beratungsstelle Radikalisierung ist Ihr erster Ansprechpartner, wenn Sie den Eindruck haben, Ihr Kind, Ihr Freund, Ihre Schülerin wendet sich einer radikal islamistischen Gruppe zu.

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