BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - FAQ: Rückkehr nach Kosovo und Reintegration

Navigation und Service

FAQ: Rückkehr nach Kosovo und Reintegration mit URA

URA – Die Brücke ist ein Projekt zur Unterstützung bei der freiwilligen Rückkehr und Reintegration für Menschen, die aus Deutschland in ihre Herkunftsregion Kosovo zurückkehren. Mit dem Projekt URA fördert das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die nachhaltige und soziale Rückkehr in Kosovo.

Erste Informationen über Beratungs- und Unterstützungsleistungen in Kosovo nach erfolgter Rückkehr geben Rückkehrberatungsstellen und Ausländerbehörden.

Welche Unterstützung bietet URA?

Die Reintegrationsunterstützung von URA basiert auf drei Säulen: der Sozialberatung, der Beratung zur wirtschaftlichen Existenzsicherung (Jobvermittlung, Existenzgründung) und psychologischer Betreuung. Im Mittelpunkt steht der individuelle Beratungs- und Unterstützungsbedarf, der im Rahmen eines Beratungsgesprächs ermittelt wird. Sozialberatung, Arbeitsvermittlung und wenn nötig psychologische Betreuung geben den Menschen eine neue Perspektive in ihrem Herkunftsland und erleichtern ihnen die Wiedereingliederung.

Die Soforthilfe kann je nach Notwendigkeit umfassen:  

  • kostenfreie Sozialberatung/Arbeitsvermittlung
  • Teilerstattung von Fahrtkosten zum Rückkehrzentrum
  • einmalige Gewährung eines Überbrückungsgeldes
  • einmalige Erstattung von Behandlungs- und Medizinkosten
  • Gewährung eines monatlichen Mietkostenzuschusses
  • Unterstützung bei Behördengängen, Einschulung der Kinder usw.

Zu den Reintegrationsangeboten können gegebenenfalls zählen:  

  • einmalige Übernahme von Schulungskosten für Sprachkurse
  • Bereitstellung einer Schul-Grundausstattung (Sachmittel)
  • Angebot von Nachhilfeunterricht

    für schulpflichtige Kinder und Jugendliche

  • Zuschuss zu den Ausbildungskosten für eine theoretische und praktische Berufsfortbildung
  • Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten während einer Ausbildung
  • Arbeitsvermittlung/Vermittlung

    von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen

Zur Unterstützung von Existenzgründungen kann einmalig und nur bei freiwilliger Rückkehr gewährt werden:

  • Übernahme der Ausbildungskosten bzw. Kosten von beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen einschließlich Existenzgründertraining
  • Ausbildungsbeihilfe (zur Lebensunterhaltssicherung während einer Berufsausbildung/Qualifizierungsmaßname)
  • Planung und Umsetzung von erfolgsversprechenden Geschäftsideen (Existenzgründung)

Welche Bundesländer sind am Projekt URA beteiligt?

Am Projekt URA sind Baden-Württemberg, Berlin, Bremen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen beteiligt.

Finanzielle Unterstützung können damit lediglich Rückkehrende aus diesen Bundesländern erhalten. Sie müssen sich zudem vor ihrer Rückkehr mindestens sechs Monate in der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten haben.

Wohin können sich Rückkehrende wenden, um Unterstützung durch URA zu bekommen?

Rückkehrende können sich ausschließlich im Rückkehrzentrum in Pristina melden, um eine Unterstützung durch URA zu bekommen.  Die Meldung muss innerhalb von 30 Tagen nach der Rückkehr im Rückkehrzentrum Pristina erfolgen.

Finanzielle Unterstützung durch URA erhalten nur Rückkehrende, die sich vor ihrer Rückkehr mindestens sechs Monate in der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten haben.

Wie geht es im Rückkehrzentrum in Pristina weiter?

Im Rückkehrzentrum in Pristina können sich Rückkehrende innerhalb von 30 Tagen für eine Beratung und Unterstützung melden.
Zuerst werden die wichtigsten Daten (Name, Ausreise, Rückkehr, Aufenthalt in Deutschland, Familienverhältnisse, Qualifikationen, Unterstützungsbedarf etc.) aufgenommen.
Im Rahmen eines vertraulichen Beratungsgesprächs werden gemeinsam die individuellen Bedürfnisse für eine Reintegration in den Kosovo identifiziert und Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt.

Anschließend wird eine individuelle Lösung für eine nachhaltige Perspektive gemeinsam erarbeitet. Zusätzlich vermitteln die Beraterinnen und Berater den Kontakt zu weiteren wichtigen Stellen, begleiten die Rückgekehrten bei Behördengängen, zum Jobcenter oder unterstützen bei der Wohnungssuche.

Sozialberatung, Arbeitsvermittlung und wenn nötig psychologische Betreuung geben den Menschen eine neue Perspektive in ihrem Herkunftsland und erleichtern ihnen die Wiedereingliederung.

Welche Dokumente sind für die Anmeldung für eine Unterstützung notwendig?

Für die Anmeldung für eine Unterstützung sind folgenden Unterlagen nötig:
• Unterlagen zum Asylverfahren in Deutschland wie zum Beispiel die Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender (BÜMA bzw. Ankunftsnachweis)
• Geburtsurkunde der Kinder, die in Deutschland geboren sind
• Schulbescheinigung aus Deutschland für noch minderjährige Kinder

Wer kann finanzielle Unterstützung durch URA bekommen?

Finanzielle Unterstützung durch URA bekommen Menschen, die besonders schutzbedürftig sind, wie zum Beispiel alleinstehende Frauen, Familien mit Kleinkindern, Kranke sowie Angehörige ethnischer Minderheiten.

Eine Unterstützung bekommt nur, wer sich vor der Rückkehr mindestens sechs Monate in Deutschland aufgehalten hat und sich innerhalb von 30 Tagen nach der Rückkehr im Rückkehrzentrum Pristina meldet.

Wie oft kann eine Person unterstützt werden?

Jede Person kann nur einmal durch URA unterstützt werden. Die Angaben, ob bereits Hilfs- und Unterstützungsangebote in Anspruch genommen wurden, werden regelmäßig über einen Abgleich über das Ausländerzentralregister (AZR) überprüft.

Wer kann medizinische oder psychologische Betreuung im Rahmen des URA-Projekts in Anspruch nehmen?

Medizinische oder psychologische Betreuung können alle Personen mit einem entsprechenden medizinischen Bedarf in Anspruch nehmen. Je nach Schwere der Erkrankung werden von URA Fachärzte hinzugezogen. Gegebenenfalls werden Betroffene in Absprache mit den entsprechenden Stellen an das staatliche Gesundheitssystem verwiesen.

Freiwillig Rückkehrende mit medizinischem oder psychologischem Bedarf werden durch die zuständige Ausländerbehörde, eine Rückkehrberatungsstelle oder ehrenamtliche Unterstützer vorab beim Projekt URA angemeldet. Hierbei wird zunächst noch in Deutschland genau aufgenommen, welche Art der Erkrankung vorliegt und ob zum Beispiel eine Abholung am Flughafen notwendig ist. 

Die Psychologen des URA-Projektes holen die entsprechende Person direkt am Flughafen ab und führen ein Erstberatungsgespräch durch. In der Regel handelt es sich dabei um Psychologen oder um Sozialberater, die ein psychologisches Studium als Hintergrund haben.

Anmeldungen können auch direkt beim Projekt URA über folgende Mailadresse getätigt werden: ura.kosovo@bamf.bund.de

Ohne eine Vorabmeldungen können sich Rückkehrende entweder direkt an das Rückkehrzentrum wenden oder am Tag der Ankunft am Flughafen beim Reception Office des kosovarischen Innenministeriums.

Wie werden Rückkehrende untergebracht?

Für die Erstunterbringung ist grundsätzlich das Kosovoarische Innenministerium zuständig. Dieses betreibt am Flughafen Pristina ein Reception Office und stellt in der Regel eine Unterbringung für die ersten sieben bis maximal zehn Tage sicher. Rückkehrende melden sich nach ihrer Ankunft bei der Reception Office oder am Wochenende bei der Grenzpolizei.

Ergänzend wird durch das Innenministerium die Weiterreise zum ursprünglichen Wohnort und die dortige Unterbringung durch die zuständige Gemeinde organisiert.

In besonderen Situationen kann URA tätig werden und die Abstimmungen im Vorfeld übernehmen.

Warum freiwillig nach Kosovo zurückkehren?

Für Menschen aus Kosovo ist die Chance gering, in Deutschland einen Aufenthaltstitel zu bekommen. Ohne einen Aufenthaltstitel sind sie ausreisepflichtig. Mit der Ablehnung des Asylantrags und einer zwangsweisen Rückführung kann auch ein mehrmonatiges Wiedereinreiseverbot nach Deutschland verhängt werden.

Menschen, die freiwillig zurückkehren, können den Zeitpunkt der Ausreise zum Teil selbst mitbe-stimmen und in Kosovo neu anfangen. URA unterstützt die Menschen dabei.

Welche Fristen gelten, um eine Unterstützung durch URA zu bekommen?

Eine Unterstützung durch URA erhalten Rückkehrende, die sich vor ihrer Rückkehr mindestens sechs Monate in der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten haben.
Die Anmeldung muss innerhalb von 30 Tagen nach der Rückkehr im Rückkehrzentrum Pristina erfolgen.

Wer bekommt finanzielle Unterstützung? Wie hoch ist diese?

Finanzielle Unterstützungsangebote sind nur begrenzt verfügbar und können Rückkehrenden aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin, Bremen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen bewilligt werden.
Dies gilt nur für Rückkehrende, die sich vor ihrer Rückkehr mindestens sechs Monate in der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten haben.

Die Beantragung von Unterstützungsleistungen erfolgt ausschließlich im Rückkehrzentrum in Pristina und muss innerhalb von 30 Tagen nach der Rückkehr erfolgen.
Der individuelle Unterstützungsbedarf wird im Rahmen von Beratungsgesprächen ermittelt.

Die Mittel des URA-Projektes sind begrenzt, so werden vornehmlich Personen unterstützt, die besonders schutzbedürftig sind, wie beispielsweise alleinstehende Frauen, Familien mit Kleinkindern, Kranke oder ethnische Minderheiten.

Besteht ein Anspruch auf Unterstützung?

Nein, ein rechtlicher Anspruch auf Unterstützung besteht grundsätzlich nicht.
Angebote, die über eine Sozialberatung hinausgehen, werden individuell nach der Bedürftigkeit beziehungsweise besonderer Schutzbedürftigkeit entschieden.

Finanzielle Unterstützungsangebote sind nur begrenzt verfügbar und können lediglich von Rückkehrenden beantragt werden, die in den Bundesländern Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Bremen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Thüringen gemeldet waren.

Beratungsleistungen und Unterstützung bekommen zudem nur Rückgekehrte, die sich vor ihrer Rückkehr mindestens sechs Monate in der Bundesrepublik Deutschland aufgehalten haben. 
Die Beantragung von Unterstützung erfolgt ausschließlich im Rückkehrzentrum in Pristina und muss innerhalb von 30 Tagen nach der Rückkehr erfolgen.

Der individuelle Unterstützungsbedarf wird im Rahmen von Beratungsgesprächen ermittelt.

Wer sind Ansprechpartner?

Information und Beratungsangebote vor einer Rückkehr bieten Ausländerbehörden und Rückkehrberatungsstellen. Sie kümmern sich auch um die Koordination der freiwilligen Ausreise.

Das Kosovarische Innenministerium betreibt am Flughafen Pristina ein Reception-Office und kümmert sich um die vorübergehende Unterbringung der Rückkehrenden.

Allgemeine Fragen zur Rückkehr beantwortet die Rückkehrhotline des Bundesamtes siehe rechte Spalte.

Voranmeldungen zur Ausreise und für medizinischen Bedarf können per E-Mail an ura.kosovo@bamf.bund.de gesendet werden.

Zusatzinformationen

Kontakt

Sie haben Fragen an uns? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns!

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Rückkehrhotline

Frankenstraße 210
90461 Nürnberg
Telefon: +49 911 943 - 0
Telefax: +49 911 943 - 1000
E-Mail: Nachricht schreiben
zum Kontaktformular

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Referat 212

Frankenstraße 210
90461 Nürnberg
Telefon: +49 911 943 - 0 / - 24158
Telefax: +49 911 943 -4199
E-Mail: Nachricht schreiben
zum Kontaktformular

Ansprechpartner im BAMF

Direktlinks zu den sozialen Medien