BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Evaluation

Navigation und Service

Evaluation

Die Integrationskurse werden ständig weiterentwickelt und verbessert. Im Jahr 2006 fand eine umfangreiche Evaluation statt, deren Ergebnisse im Dezember 2007 in die erste Änderung der Integrationskursverordnung einflossen sind. Zudem wurde im Jahr 2007 das Forschungsprojekt "Integrationspanel" ins Leben gerufen. Sein Ziel ist es, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Integrationskurse zu untersuchen.

Ergebnisse der Evaluation

Das zentrale Ergebnis des Abschlussberichts der Evaluation durch die Firma Rambøll Management lautete:

"Die Integrationskurse stellen eine deutliche qualitative Verbesserung der deutschen Integrationspolitik dar. […] Im Rahmen der Umsetzung ist es gelungen, Defizite und Lücken in der vorherigen Sprachförderung für ZuwanderInnen zu beheben und die verschiedenen bis dato bestehenden Instrumente in einem Ansatz zusammenzuführen. So wurden Zuständigkeiten gebündelt sowie eine gut strukturierte Förderlandschaft ins Leben gerufen. […]Das neue System der Integrationskurse hat sich etabliert und bewährt und stellt erstmalig für alle ZuwanderInnen eine Möglichkeit zur systematischen und qualitativ hochwertigen Förderung ihrer Integration dar. Damit ist der Bund auf dem richtigen Weg."

Der Abschlussbericht machte jedoch auch auf Verbesserungspotential aufmerksam. Auf Grundlage der Ergebnisse der Evaluation wurde die Integrationskursverordnung geändert. Ein Großteil der Verbesserungsvorschläge, die sich aus der Evaluation ergeben hatten, konnte berücksichtigt werden.

Zu den wichtigsten Änderungen zählen:

  • die Abschaffung bestimmter Informationspflichten der Kursträger
  • die Verringerung der Höchstteilnehmerzahl pro Kursgruppe auf 20 (bisher 25)
  • die Erhöhung der Stundenzahl in den speziellen Integrationskursen auf 900 im Sprachkursteil (bisher 600)
  • die Einführung einer neuen speziellen Kursart: Förderkurs (für Teilnehmer mit erhöhtem sprachpädagogischen Förderbedarf)
  • die Einführung von Intensivkursen mit insgesamt 430 Stunden
  • die Erstattung von Fahrtkosten für Teilnehmer, die von den Trägern der Grundsicherung zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichtet wurden und für kostenbefreite Teilnehmer
  • die Zahlung eines Fahrtkostenzuschusses für Teilnehmer, die von den Ausländerbehörden zur Teilnahme verpflichtet wurden
  • die Wiederholungsmöglichkeit für den Aufbausprachkurs
  • die Rückerstattung von 50 % des Kostenbeitrages bei Bestehen des Abschlusstests innerhalb von zwei Jahren

Forschungsprojekt "Integrationspanel"

Vorrangiges Ziel des Forschungsprojekts "Integrationspanel" ist es, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Integrationskurse zu überprüfen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge untersucht, wie sich die Deutschkenntnisse und die allgemeine Integration der Kursteilnehmenden bzw. verschiedener Teilnehmergruppen im Laufe des Kurses entwickeln. Die Erkenntnisse dienen der konzeptionellen Steuerung der Integrationskurse. Das Projekt baut dabei auf den Ergebnissen der Teilnehmerbefragung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge aus dem Jahr 2005 und der von der Firma Rambøll Management im Jahr 2006 durchgeführten Evaluation auf.

Kursteilnehmer und Kontrollgruppe befragt

Um den Einfluss der Integrationskurse messen zu können, wurden anhand einer Zufallsstichprobe sowohl Integrationskursteilnehmende, als auch eine Kontrollgruppe von Nicht-Kursteilnehmern befragt. Beide Gruppen erhalten einen standardisierten und in mehrere Sprachen übersetzten Fragebogen. Die Befragung einer Kontrollgruppe von Nicht-Kursteilnehmenden dient der Untersuchung, ob Kursteilnehmenden eine schnellere Integration gelingt als denen, die keinen Integrationskurs besuchen und ob die Integrationskurse somit ihr Ziel erreichen. Die Gruppe der Kursteilnehmenden wurde drei Mal befragt (Längsschnittstudie): zu Beginn des Kurses (2007), bei Abschluss des Kurses (2007/2008) und ca. 1 Jahr nach Abschluss des Kurses (2009). Die Kontrollgruppe wurde zwei Mal – im Abstand von ca. einem Jahr – von der Forschungsgesellschaft MARPLAN befragt (2008, 2009).

Veröffentlichungen

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden bislang zwei Working Paper veröffentlicht. Working Paper Nr. 19 stellt das Forschungsprojekt vor. Anschließend erfolgt eine Beschreibung der insgesamt 3960 befragten Integrationskursteilnehmer. Sie beruht auf den Daten der ersten Befragung, die zu Beginn der Integrationskurse im Sommer 2007 durchgeführt wurde. Im Fokus stehen die soziodemographische Struktur, die Sprachhintergründe, die Deutschkenntnisse sowie ein breites Spektrum von weiteren Integrationsaspekten der Teilnehmenden. Die Analyse der subjektiven Beurteilung der Kurse durch die Teilnehmer schließt das Working Paper ab.

Working Paper Nr. 23 untersucht die Fortschritte der Integrationskursteilnehmenden hinsichtlich ihrer alltagsrelevanten Sprachfertigkeiten und Sprachkompetenzen im Kursverlauf. Im ersten Teil des Working Papers stehen die alltagsrelevanten Sprachfertigkeiten der Integrationskursteilnehmenden im Mittelpunkt. Hierbei wird untersucht, in welchen Bereichen starke Zuwächse zu verzeichnen sind (z.B. sich selbst vorstellen) und welche Bereiche den Teilnehmenden eher schwerfallen (z.B. Telefonieren). Der zweite Teil des Working Papers betrachtet die Entwicklung der allgemeinen Sprachkompetenz. Anhand von Regressionsanalysen wird der Einfluss wichtiger Determinanten wie Alter, Schulbildung, soziale Kontakte und Herkunftsland auf die alltagsrelevante Sprachkompetenz zu Kursbeginn und am Kursende sowie hinsichtlich des Zuwachses an Sprachkompetenz untersucht. Es werden zudem Handlungsempfehlungen zur verbesserten Förderung der Kursteilnehmenden gegeben.

Datum 18.01.2011

Direktlinks zu den sozialen Medien