BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Forscher

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Forscher

Das Aufenthaltsgesetz bietet Forschern aus Drittstaaten drei Möglichkeiten sich rechtmäßig in Deutschland aufzuhalten und dort zu forschen. Falls Sie ausschließlich in einer deutschen Forschungseinrichtung tätig sein möchten, so kommt die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung für Sie in Betracht. Dies ist auch der Fall, wenn Sie neben der Forschung in der deutschen Einrichtung auch in anderen EU-Mitgliedstaaten forschen werden, jedoch den größten Teil ihres Gesamtaufenthalts in der EU in Deutschland verbringen werden.

Entfällt der größte Teil ihres Aufenthalts auf einen anderen EU-Mitgliedstaat, so müssen Sie dort einen Aufenthaltstitel im Sinne der Richtlinie 2016/801/EU beantragen. Auf Grundlage dieses Aufenthaltstitels besteht die Möglichkeit, für einen gewissen Zeitraum in einer deutschen Einrichtung zu forschen (Details finden Sie weiter unten unter "Kurzfristige Mobilität" sowie unter "Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher").

Hervorhebung als Achtung: Bitte beachten Sie:

Für die Ausübung der kurzfristigen Mobilität sowie die Ausstellung einer Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher ist ein bereits von einem anderen EU-Mitgliedstaat ausgestellter Aufenthaltstitel im Sinne der Richtlinie 2016/801/EU notwendig. Da die Richtlinie erst bis zum 23. Mai 2018 umgesetzt sein muss, stellen viele Mitgliedstaaten noch keine Aufenthaltstitel im Sinne der Richtlinie aus. Die kurzfristige Mobilität und die Ausstellung der Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher ist in diesen Fällen nicht möglich; es muss dann eine normale Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung beantragt werden.

Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung

Als Forscher können Sie eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Forschung gemäß § 20 AufenthG erhalten, wenn

  • eine Forschungseinrichtung mit Ihnen eine wirksame Aufnahmevereinbarung oder einen entsprechenden Vertrag zur Durchführung eines Forschungsvorhabens abgeschlossen hat und
  • Ihr Lebensunterhalt durch ein bestimmtes monatliches Mindestnettoeinkommen gesichert ist. Die Sicherung des Lebensunterhaltes kann mit Gehalt, Stipendien oder eigenen Ersparnissen nachgewiesen werden.

Kurzfristige Mobilität

Für Drittstaatsangehörige, die sich zum Zweck der Forschung in der EU aufhalten, gelten erleichterte Mobilitätsbedingungen innerhalb der EU. So können Sie, sofern Ihnen bereits in einem anderen EU-Mitgliedstaat ein Aufenthaltstitel im Sinne der REST-Richtlinie (Richtlinie 2016/801/EU) erteilt wurde, sich ohne deutschen Aufenthaltstitel in Deutschland aufhalten und dort forschen. Voraussetzung ist, dass Sie für höchstens 180 Tage innerhalb von 360 Tagen in einer deutschen Forschungseinrichtung tätig sind.

Um die kurzfristige Mobilität in Deutschland ausüben zu können, muss die aufnehmende Forschungseinrichtung in Deutschland eine Mitteilung an die Nationale Kontaktstelle im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schicken.

Informationen zur Mitteilung:

Soll ein Forscher im Rahmen der kurzfristigen Mobilität nach Deutschland kommen, muss die aufnehmende Forschungseinrichtung eine entsprechende Mitteilung an das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge schicken. Hierfür muss das Mitteilungsformular (siehe Download in der rechten Spalte) vollständig digital ausgefüllt werden. Außerdem sind zusammen mit dem Formular Kopien der folgenden Dokumente digital einzureichen:

  • Aufenthaltstitel des ersten EU-Mitgliedsstaates,
  • anerkannter, gültiger Pass/Passersatz,
  • Aufnahmevereinbarung oder entsprechender Vertrag, die oder der mit der aufnehmenden Forschungseinrichtung geschlossen wurde.

Die Übersendung der Mitteilung erfolgt über den BSCW-Server. Nähere Informationen zur Registrierung und Übermittlung finden Sie in der rechten Spalte.

Drittstaatsangehörige, denen in Deutschland eine Aufenthaltserlaubnis nach § 20 AufenthG erteilt wurde, sind im Gegenzug in anderen EU-Mitgliedstaaten, in denen die REST-Richtlinie ebenfalls bereits umgesetzt wurde, mobilitätsberechtigt. Sie dürfen dort in einer Forschungseinrichtung tätig sein. Einige Mitgliedstaaten verlangen hierzu eine gesonderte Mitteilung an die jeweils zuständigen Behörden; eine Übersicht über die Verfahren in anderen Mitgliedstaaten finden Sie in Kürze auf dieser Seite.

Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher

Drittstaatsangehörige, die bereits einen Aufenthaltstitel nach der REST-Richtlinie für einen EU-Mitgliedsstaat besitzen und einen längeren Aufenthalt (über 180 Tage) in Deutschland planen, können hierfür einen separaten Aufenthaltstitel, die Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher, beantragen.

Sie können eine Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher gemäß § 20b AufenthG erhalten, wenn

  • Sie einen für die Dauer des Antragsverfahrens gültigen Aufenthaltstitel im Sinne der Richtlinie besitzen,
  • der Aufenthalt zum Zweck der Forschung länger als 180 Tage dauert,
  • Sie eine Aufnahmevereinbarung oder einen entsprechenden Vertrag, die oder der mit der aufnehmenden Forschungseinrichtung geschlossen wurde, vorweisen können.

Der Antrag auf eine Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher kann

  • mindestens 30 Tage vor der Einreise nach Deutschland gestellt werden. In diesem Fall gelten der Aufenthalt und die Beschäftigung in Deutschland bis zur Entscheidung der Ausländerbehörde für bis zu 180 Tage innerhalb von 360 Tagen als erlaubt. Voraussetzung hierfür ist lediglich, dass der Aufenthaltstitel des anderen EU-Mitgliedsstaates weiterhin gültig ist.
  • nach der Einreise nach Deutschland gestellt werden, sofern vor der Einreise bereits eine Mitteilung zur kurzfristigen Mobilität beim Bundesamt eingegangen ist. Allerdings muss in diesem Fall die Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher mindestens 30 Tage vor Ablauf des Aufenthaltes im Rahmen der kurzfristigen Mobilität gestellt werden. Zudem darf der Antrag nicht zeitgleich mit einer Mitteilung zur kurzfristigen Mobilität gestellt werden.

Hervorhebung als Achtung: Bitte beachten Sie:

Der Antrag auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis für mobile Forscher wird abgelehnt, wenn er gleichzeitig zu einer Mitteilung über die kurzfristige Mobilität nach § 20a AufenthG gestellt wird!

Datum 28.07.2017

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Telefon: 0800 4 5555 00
Internet: Bundesagentur für Arbeit (BA)

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