BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Ankunftszentren

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Ankunftszentren

Die neuen Ankunftszentren als zentrale erste Station für Geflüchtete sind ein wichtiger Baustein für mehr Effizienz beim Flüchtlingsmanagement. In den Ankunftszentren werden bestehende Bundes- und Landesprozesse in einem neuen Soll-Prozess zusammengeführt, der von der Registrierung bis zum Bescheid grundsätzlich alle Schritte des Asylverfahrens umfasst. Ein bundes- und landesweit übergreifendes Kerndatensystem dient als Grundlage der Integration der einzelnen Prozessschritte. Da die Rolle der Ankunftszentren gegenüber dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), bestehenden BAMF Außenstellen, Erstaufnahmeeinrichtungen der Länder (EAE) und der Bundesagentur für Arbeit klar definiert ist, entfällt die teilweise bisher anzutreffende Dopplung von Prozessschritten. Die Bearbeitung anhängiger Verfahren ist zudem nicht primäre Aufgabe der Ankunftszentren, gegebenenfalls jedoch nötig.

Das optimierte Verfahren

Im Sommer 2015 hat das Bundesamt mit der konzentrierten Bearbeitung ausgewählter Herkunftsländer die Verfahrensdauer für diese auf wenige Wochen verkürzen können. Mit den Erfahrungen aus diesem Prozess wurden in enger Abstimmung mit Baden-Württemberg und Niedersachsen ein Modellverfahren mit Fall-Clustern zur Beschleunigung der Abläufe des Asylverfahrens ausgearbeitet. Kernstück ist die Einteilung der Asylsuchenden vor der Antragstellung in vier Gruppen (Cluster). Kriterien sind dabei das Herkunftsland (Cluster A: Schutzquote Herkunftsland > 50 % und Cluster B: sichere Herkunftsländer/Westbalkan), die zu erwartende Komplexität (Cluster C: komplexe Fälle) oder die Reiseroute (Cluster D: Prüfung Dublin).

Ein Schaubild zeigt die Wege von Asylantragstellenden durch das Modellasylverfahren.Das Schaubild illustriert den Weg eines Asylantragsstellenden. Die Einteilung in Cluster verkürzt die Wartezeiten. Quelle: © BAMF|BA

Das jeweilige Bundesland registriert die Asylsuchenden und prüft den Gesundheitszustand vor der Antragsstellung. Weitere Bausteine des Modellverfahrens verringern den Zeitaufwand bei der Bearbeitung: Dolmetscher belehren Gruppen von Asylsuchenden in extra eingerichteten Räumen über ihre Rechte und Pflichten. Dazu wird die physikalisch-technische Untersuchung (PTU) von Dokumenten (z. B. Pässe) direkt vor Ort durchgeführt.

Mitarbeitende des Bundesamtes bearbeiten die Anträge aus den Clustern A und B innerhalb von maximal 48 Stunden. Die Außenstellen des Bundesamtes werden entlastet.

Hervorhebung_Gesetzgebung: Hintergrundinformationen

Kernstück des Modellverfahrens ist die Einteilung der Asylsuchende in vier Gruppen, abhängig von den voraussichtlich nötigen Verfahrensschritten:

Cluster A: Herkunftsländer mit sehr guter Bleibeperspektive

  • gilt für Syrien, Eritrea, Religiöse Minderheiten im Irak
  • Komplettverfahren innerhalb von 24 – 48 Stunden
  • in der Regel positiver Bescheid
  • direkte Weiterleitung an Kommunen
  • direkter Beginn von Integrationsmaßnahmen (Integrationskurse, Arbeitsmarktzugang)

Cluster B: Sichere Herkunftsländer

  • gilt insbesondere für Westbalkanstaaten
  • Komplettverfahren innerhalb von 24 - 48 Stunden
  • Rückkehrberatung vor der Registrierung
  • in der Regel negativer Bescheid
  • Verbleib in einer Einrichtung bis zur freiwilligen Ausreise oder Rückführung

Cluster C: Komplexe Fälle (außerhalb Cluster A und B)

  • Komlpettverfahren oder
  • Weiterleitung zur Bearbeitung in einer Außenstelle


Cluster D: Dublin-Fälle:

  • Weiterleitung zur Bearbeitung in einer Außenstelle

Ausgabe des Ankunftsnachweises

Auf dem fälschungssicheren Dokument sind die persönlichen Daten des Asylsuchenden sowie ein biometrisches Passfoto enthalten. Über einen Barcode sind insbesondere die personenbezogenen Daten sowie die AZR-Nummer auch maschinell auslesbar hinterlegt.

Frühzeitige Beratung zu Integrationskursen und Arbeitsmöglichkeiten

Personen mit guter Bleibeperspektive (Cluster A) erhalten in dem optimierten Verfahren noch vor dem Asylbescheid eine Beratung zu Arbeitsmarktzugang durch die Bundesagentur für Arbeit. Beraterinnen und Berater erstellen Informationen zum Arbeitsmarktprofil des Antragstellenden, auf die Arbeitsagenturen und Jobcenter an den späteren Wohnorten zugreifen können. Ebenso erhalten die Antragstellenden Informationen zu BAMF-Integrationskursen an ihrem späteren Wohnort.

Bundesweite Einführung des neuen Verfahrens

Die Erfahrungen aus dem neuen Verfahren bewerten alle beteiligten Behörden positiv. Einzelne Abläufe werden noch enger miteinander verknüpft, zum Beispiel bei der Datenerhebung sowie dem -austausch und dem Einsatz von Dolmetschern. Das Bundesamt plant bis Mitte 2016 dieses Verfahren an je einem Standort pro Bundesland einzuführen.

Datum 26.04.2016

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