BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Programm ERIN

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Reintegrationsprogramm ERIN

ERIN (European Reintegration Network) ist ein gemeinsames Reintegrationsprogramm von zahlreichen europäischen Partnerstaaten unter der Leitung der Niederlande.

Vertragspartner (Service Provider) helfen Rückkehrenden im Herkunftsland bei ihrem Neuanfang.

Das Programm (06/2016 - 12/2021) wird weitgehend durch die Europäische Union finanziert.

Hervorhebung als Tipp: Aktuelles zu ERIN 2018

Neue Zielländer bei ERIN

Das europäische Reintegrationsprogramm arbeitet seit 2018 mit einigen neuen Vertragspartnern zusammen:
Nachdem zum 01.08.2018 Ghana in das ERIN-Programm aufgenommen wurde, folgen zum 01.11.2018 Ägypten und Äthiopien.
Zudem wird zum 01.11.2018 die Reintegrationsunterstützung durch ERIN auf die gesamte Russische Föderation ausgeweitet.

Arbeitsgruppe Harmonisierung: Pilotprojekte

Seit 2018 erprobt die Arbeitsgruppe Harmonisierung eine Angleichung der unterschiedlichen Reintegrationsabläufe im Rahmen des Reintegrationsprogramms ERIN, an dem mehrere europäische Staaten beteiligt sind. In diesem Kontext wurden neben der Angleichung der Arbeitsprozesse einheitliche Formulare erarbeitet und Förderhöhen abgestimmt. Ziel des Harmonisierungsprojekts ist es, Erkenntnisse zu gewinnen, wie der Gesamtprozess effizienter gestaltet und die Nachhaltigkeit der Reintegrationsunterstützung verbessert werden kann.

Diese Harmonisierungsprojekte führt das BAMF als Nationale Kontaktstelle im europäischen Reintegrationsprogramm ERIN bisher in folgenden Ländern durch:

  • Russische Föderation/Tschetschenien: vom 01.05.-31.10.2018 in Zusammenarbeit mit Frankreich, Schweden, Vereinigtes Königreich
  • Marokko: vom 01.11.2018-30.04.2019 in Zusammenarbeit mit Dänemark, Österreich, Schweden, Vereinigtes Königreich

Die neuen Antragsformulare und Informationsblätter sind bei der Antragstellung zu beachten.
Nach Ende der Harmonisierungsprojekte in Tschetschenien und Marokko werden Anträge wie bisher angenommen.

Schwerpunkte des Programms

  • individuelle Unterstützung nach der Rückkehr in das Herkunftsland (Drittstaat)
  • Hilfestellung bei Existenzgründung und soziale Begleitung durch den Vertragspartner
  • Intensivierung des Dialogs mit Drittstaaten

Zielstaaten

Reintegrationshilfen für Rückkehrende (Drittstaatsangehörige) aus Deutschland können vorerst für folgende Staaten angeboten werden:

  • Ägypten
  • Äthiopien
  • Afghanistan
  • Bangladesch
  • Côte d’Ivoire* (Elfenbeinküste)
  • Ghana
  • Indien
  • Iran*
  • Irak
  • Marokko
  • Nigeria
  • Pakistan
  • Russische Föderation
  • Senegal*
  • Somaliland*
  • Sri Lanka
  • Sudan*
  • Ukraine

*In diesen Ländern kommt es aktuell zu Verzögerungen bei der Förderung im Rahmen von ERIN. Anträge werden jedoch weiterhin entgegengenommen.

Reintegrationshilfen

Die Reintegrationshilfen umfassen z. B.:

  • Service bei der Ankunft
  • berufliche Qualifizierungsmaßnahmen, Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche
  • Unterstützung bei einer Geschäftsgründung
  • Beratung und Begleitung zu behördlichen, medizinischen und caritativen Einrichtungen 

Die Unterstützung wird durch den Vertragspartner als Sachleistung gewährt (keine Barauszahlungen).

Bei Nutzung der Programmhilfen wird eine zeitnahe Kontaktaufnahme mit dem Vertragspartner empfohlen.

Vertragspartner

Der Vertragspartner ist meist eine (lokale) nicht-staatliche Organisation mit sozialer und humanitärer Verpflichtung gegenüber schutzbedürftigen Personen. In vertrauensvoller Zusammenarbeit soll ein Neuanfang im Herkunftsland mit dem Ziel einer dauerhaften Reintegration ermöglicht werden. Der Schwerpunkt  der Unterstützung liegt auf tragfähigen Existenzgründungen, Hilfe bei der Arbeitssuche sowie der sozialen/psychologischen Begleitung.

Zielgruppen/Höhe der Reintegrationshilfen

Reintegrationshilfen stehen freiwillig Rückkehrenden und rückgeführten Personen zu. Die Höhe der Unterstützung orientiert sich an der Anzahl der Rückkehrenden im Familienverbund und an der Vulnerabilität der Rückkehrenden.

Grundsätzliche Förderhöhen:

  • Freiwillige Rückkehr, Einzelperson: bis zu 2.000,- Euro
  • Freiwillige Rückkehr im Familienverbund: bis zu 3.300 Euro
  • Bei festgestellter Vulnerabilität: + 500,- Euro
  • rückgeführte Personen: bis zu 1.000,- Euro.

Als vulnerabel gelten: Personen ab 60 Jahren, unbegleitete Minderjährige (<18 Jahre), Personen mit einer Behinderung, schwangere Frauen, Personen mit besonderem medizinischen Bedarf, alleinerziehende Elternteile mit minderjährigen Kindern und Personen, die Folter, Vergewaltigung oder andere schwerwiegende Formen von psychologischer, physischer oder sexueller Gewalt erlitten haben.

Ein Rechtsanspruch auf Förderung durch dieses Programm besteht nicht!

Verträge mit Service Providern

Ein eigenes Beschaffungsteam im ERIN-Programm ist mit der Suche von Partnerorganisationen und der Ausarbeitung von Dienstleistungen beauftragt. Hauptaufgaben sind dabei:

  • Suche von Vertragspartnern (lokale Partner)
  • Ausschreibung und Verhandlungsführung mit Partnerorganisationen
  • Vertragszeichnung nach Vorgabe der ERIN-Partnerstaaten.

Der Grundvertrag mit jedem Vertragspartner wird von allen teilnehmenden Staaten genutzt. Die individuellen Reintegrationshilfen bestimmen die ERIN-Partnerstaaten jedoch selbst.

Finanzierung

Die Europäische Union trägt 90 Prozent der Programmkosten. Die weiteren Kosten sowie die Reintegrationshilfen für Rückkehrende tragen die ERIN-Partnerstaaten.

Hervorhebung als Achtung: Weiterentwicklung des Reintegrationsprogammes

Von Juli 2018 bis Januar 2019 wird das Europäische Reintegrationsnetzwerk ERIN allmählich zu einem Europäischen Rückkehr- und Reintegrationsnetzwerk (ERRIN) erweitert. Der Fokus dieser Erweiterung liegt u.a. in einer vertieften Zusammenarbeit auf europäischer Ebene bei gleichzeitiger Angleichung der Arbeitsweisen sowie in der Unterstützung unbegleiteter Minderjähriger.

Bausteine von ERRIN:

  • Gemeinsame Reintegration (einschließlich ERIN)
  • Gemeinsame Rückkehrinitiativen für vulnerable Gruppen
  • Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten vor der Rückkehr
  • Wissensmanagement und Outreach
Datum 30.07.2018

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