BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Schularten

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Schularten

Grundschule (Primarschule)

Zunächst besuchen alle Kinder vier Jahre (in den Ländern Berlin und Brandenburg sechs Jahre) die Grundschule. In der Regel gehen sie auf die Grundschule in der Nähe ihres Wohnorts. In einigen Bundesländern können die Eltern die Grundschule für ihr Kind selbst wählen.

In der letzten Klasse der Grundschule entscheidet sich, auf welche weiterführende Schule (Sekundarstufe I) die Kinder danach gehen. Dazu erteilen die Lehrer der Grundschule eine Empfehlung ("Übergangsempfehlung"), die mit einer Beratung der Eltern verbunden sein soll. In den meisten Bundesländern können die Eltern entscheiden, welche weiterführende Schule ihr Kind nach der Grundschule besucht. Entscheidend für die Empfehlung sind die Noten in der Grundschule und die Einschätzungen der Kinder durch die Lehrer.

Weiterführende Schulen (Sekundarstufe I und II)

Das Schulsystem in den Sekundarstufen I und II ist in Deutschland sehr differenziert. Eltern sollen gemeinsam mit ihrem Kind und dessen Lehrern sorgfältig beraten, welche Schule für das Kind gewählt wird. Die Schulbehörden bieten dazu Informationen an.

In manchen Bundesländern kann ein Kind einen Probeunterricht auf der weiterführenden Schule besuchen. Eine Übersicht über die einzelnen Regelungen ist auf der Internetseite der Kultusministerkonferenz erhältlich (siehe Link in der rechten Spalte).

Folgende weiterführende Schularten gibt es:

  • Hauptschule (bis zur 9. oder 10. Klasse)
  • Realschule (bis zur 10. Klasse)
  • Schulen mit mehreren Bildungsgängen (an ihnen können Haupt- oder Realschulabschluss erworben werden)
  • Gymnasium (bis zur 12. oder 13. Klasse)
  • Gesamtschule (ohne oder mit gymnasialer Oberstufe, hier können alle Abschlüsse erworben werden).

In mehreren Bundesländern gibt es weiterführende Schularten, in denen die Bildungsgänge der Hauptschule und der Realschule organisatorisch zusammengefasst sind. An diesen Schulen kann sowohl der Haupt- als auch der Realschulabschluss erworben werden:

  • Mittelschule (Sachsen, Bayern)
  • Sekundarschule (Sachsen-Anhalt, Bremen, Berlin)
  • Regelschule (Thüringen)
  • Oberschule (Brandenburg, Niedersachsen)
  • Erweiterte Realschule (Saarland)
  • Realschule plus und Verbundene oder Zusammengefasste Haupt- und Realschule (Rheinland-Pfalz)
  • Integrierte Haupt- und Realschule bzw. Stadtteilschule (Hamburg)
  • Regionalschule (Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein)
  • Werkrealschule (Baden-Württemberg).

Nach dem Hauptschul- oder Realschulabschluss können Jugendliche weiter eine Schule der Sekundarstufe II bis zur Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) oder zur Fachgebundenen Hochschulreife (Fachabitur) besuchen. Sie können dann an einer Universität oder Hochschule studieren. Alternativ können die Jugendlichen nach dem Hauptschul- oder Realschulabschluss eine Berufsausbildung beginnen und die Berufsschule besuchen. Mit einem Realschulabschluss stehen mehr Berufsfelder offen als mit einem Abschluss der Hauptschule.

Die Ausbildung im Gymnasium oder der gymnasialen Oberstufe endet nach der 12. oder 13. Klasse mit der Allgemeinen Hochschulreife (Abitur) und berechtigt zum Studium an Universitäten und Hochschulen. Das Fachabitur berechtigt zum Studium an (Fach-)Hochschulen.

In einigen Bundesländern kann nach dem Realschulabschluss auch an beruflichen Schulen die Allgemeine Hochschulreife erworben werden.

Im Laufe der Schulzeit ist prinzipiell ein Wechsel von einer Schulart zur anderen möglich, wenn die erforderlichen Leistungen erbracht werden.

Hervorhebung als Tipp: Tipp

Informieren Sie sich, welche weiterführenden Schulen es in Ihrem Bundesland gibt, welche Schulabschlüsse dort erworben werden können und zu welchem Bildungsweg die Abschlüsse jeweils berechtigen! Jedes Kultus- oder Schulministerium hat eine Internetseite, auf der alle Bildungswege erläutert sind. Auch die Schulverwaltung und die Schulen selbst bieten Beratungen an. Die meisten Schulen veranstalten (meist am Beginn des Jahres) einen "Tag der offenen Tür", an dem sich Eltern und Kinder über die Angebote informieren können.

Hervorhebung als Checkliste: Checkliste

Die Angebote der einzelnen Schulen vor Ort unterscheiden sich häufig. Informieren Sie sich beim Schulamt, im Internet oder bei anderen Eltern über die Schulen in Ihrer Nähe. Die folgenden Fragen können Ihnen bei der Auswahl einer Schule für Ihr Kind helfen:

  • Welche Abschlüsse ermöglicht die Schule?
  • Welche zusätzlichen Unterrichtsangebote hat die Schule (beispielsweise Fremdsprachen)?
  • Gibt es zusätzliche Angebote für die Kinder (beispielsweise Arbeitsgemeinschaften, Sportkurse, musisch-kulturelle Angebote, Theaterspielen oder anderes)?
  • Gibt es zusätzliche Förderangebote (beispielsweise Sprachförderung, Hausaufgabenhilfe)?
  • Wie werden Kinder bei Lernproblemen unterstützt?
  • Wie sind die Schulräume gestaltet?
  • Bietet die Schule ein Ganztagsangebot oder eine Nachmittagsbetreuung an?
  • Gibt es ein warmes Mittagessen in der Schule?
  • Gibt es Elternsprechtage oder andere Angebote für Eltern?

Besondere Förderangebote

Für Kinder und Jugendliche, die mit einer anderen Muttersprache als Deutsch aufwachsen, gibt es im Kindergarten und in der Schule besondere Sprachförderangebote auf Deutsch, zum Teil auch in der Muttersprache. In allen Bundesländern finden bereits im Kindergarten oder vor der Einschulung Sprachtests statt, um den individuellen Förderbedarf der Kinder zu ermitteln. Daran schließen sich je nach Bundesland unterschiedliche Förderangebote an.

Hervorhebung als Tipp: Tipp

Für den Bildungserfolg Ihres Kindes ist es wichtig, dass es gut Deutsch spricht. Nutzen Sie deshalb die Sprachförderangebote! In einigen Bundesländern ist die Teilnahme an Deutschförderangeboten für diejenigen Kinder verpflichtend, bei denen Förderbedarf erkannt wurde. In vielen Bundesländern ist es – je nach Schulart – auch möglich, einzelne Herkunftssprachen (zum Beispiel Türkisch, Italienisch, Russisch, Spanisch) als Fremdsprache in der Schule zu lernen. Informationen über die Angebote zur Deutschförderung und zum Lernen der Herkunftssprache in der Schule erhalten Sie direkt im Kindergarten oder in der Schule Ihres Kindes sowie von der Migrationsberatung und den Jugendmigrationsdiensten.

Kinder und Jugendliche, die im Laufe ihrer Schulzeit nach Deutschland kommen, brauchen besondere Unterstützung. Für sie gibt es Förder- oder Sprachlernklassen, in denen sie von spezifisch qualifizierten Lehrkräften begleitet werden, bevor sie in die regulären Schulklassen wechseln. Welche Angebote es für Ihr Kind gibt, erfahren Sie bei der Schulbehörde.

Hervorhebung als Adresse: Informationen vor Ort

Hier können Sie sich an Ihrem Wohnort weiter informieren:

  • Schulbehörde / Schulamt
  • Schulen / Schulleitung
  • Elternvertretung und Elternnetzwerke
  • Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer
  • Jugendmigrationsdienste
  • Migrantenorganisationen
Datum 28.10.2015

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