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Generatives Verhalten und Migration

Datum 20.12.2011
Bestellnummer: FFFB10
Typ Forschungsbericht

Von den 7,8 Millionen Frauen mit Migrationshintergrund haben im Jahr 2009 etwa 4,3 Millionen die deutsche und 3,5 Millionen eine ausländische Staatsangehörigkeit. Der Anteil von Frauen mit Migrationshintergrund an der weiblichen Gesamtbevölkerung beträgt etwa 19 Prozent. Frauen mit türkischem Migrationshintergrund stellen dabei mit ca. 1,2 Millionen den größten Anteil (15 Prozent). Weitere fünf Prozent der Frauen haben einen polnischen, vier Prozent einen italienischen und drei Prozent einen russischen Migrationshintergrund. Bei den Frauen mit Migrationshintergrund befinden sich 53 Prozent im reproduktiven Alter (15 bis 49 Jahre), bei den Frauen ohne Migrationshintergrund sind es 43 Prozent.

Unterschiede zwischen deutschen und ausländischen Frauen werden kleiner

Durch einen erstmals durchgeführten Abgleich verschiedener Datengrundlagen ist es möglich, realistische Schätzungen der durchschnittlichen Kinderzahlen ausländischer Frauen abzuleiten. So liegt die mittlere Kinderzahl ausländischer Frauen zwischen 1,6 und 1,7 Kindern je Frau, bei Deutschen etwa bei 1,3 Kindern je Frau. Die Differenzen sind seit den 1970er Jahren deutlich geringer geworden. Die Analysen deuten daraufhin, dass das generative Verhalten von Migrantinnen stark von Angleichungsprozessen an die deutsche Gesellschaft geprägt ist. Es ist zu erwarten, dass Migrantinnen mit zunehmender Aufenthaltsdauer ihre ursprünglichen Kinderwünsche in Deutschland nicht im gleichen Umfang wie im Herkunftsland umsetzen.

Lebensform und Bildung beeinflussen Kinderwünsche

Die Lebensform und die Bildung beeinflussen das generative Verhalten bei Frauen mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen. So bekommen Verheiratete im Durchschnitt mehr Kinder als Unverheiratete, während Höherqualifizierte weniger Kinderwünsche verwirklichen als Frauen ohne beruflichen Abschluss. Unverheiratete und hochqualifizierte Frauen ohne Migrationshintergrund bekommen im Durchschnitt nur 0,6 Kinder je Frau, während Verheiratete ohne Abschluss deutlich höhere Kinderzahlen (1,8 Kinder je Frau) aufweisen. Bei Frauen mit Migrationshintergrund betragen diese Werte durchschnittlich 0,8 und 2,4 Kinder je Frau.

Der Forschungsbericht wurde verfasst von Dr. Susanne Schmid und Martin Kohls.

Zum Thema:
Kurzfassung des Forschungsberichts 10 "Generatives Verhalten und Migration"

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