BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Downloads und Publikationen - Geflüchtete Menschen in Deutschland: Hilfebedarfe und Nutzung von Beratungsangeboten

Navigation und Service

Geflüchtete Menschen in Deutschland: Hilfebedarfe und Nutzung von Beratungsangeboten

Datum 12.07.2018
Typ Kurzanalyse

Geflüchtete Menschen sind nach ihrer Ankunft in Deutschland mit vielfältigen Herausforderungen in verschiedenen Lebensbereichen konfrontiert. Potenzielle Herausforderungen und Problemlagen, mit denen Geflüchtete nach ihrer Ankunft konfrontiert sind, umfassen beispielsweise den Spracherwerb, den Erwerb von Bildungsabschlüssen und die Arbeitssuche, aber auch sehr existenzielle Fragen wie die medizinische Versorgung, die finanzielle Situation sowie die Sicherung des Aufenthalts. Ausgehend davon wird in der Kurzanalyse 05/2018 untersucht, welche Hilfebedarfe unter Geflüchteten zum Befragungszeitpunkt in der zweiten Jahreshälfte 2016 bestanden und inwiefern Beratungsangebote zu deren Deckung beitrugen.

Die Kurzanalyse 05/2018 basiert auf Daten der "IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten 2016", bei der in der zweiten Jahreshälfte 2016 etwa 4.500 Geflüchtete befragt wurden, die zwischen 2013 und 2016 nach Deutschland gekommen sind und einen Asylantrag gestellt haben.

Zu den zentralen Ergebnissen der Kurzanalyse zählen:

  • Die befragten Geflüchteten gaben zum Befragungszeitpunkt an, seit ihrer Ankunft in Deutschland die größten Hilfebedarfe in den Bereichen Deutschlernen, finanzielle Situation, medizinische Versorgung und Wohnungssuche gehabt zu haben.
  • Zunächst bestehende grundlegende Hilfebedarfe, wie etwa die finanzielle und medizinische Versorgung, waren zum Befragungszeitpunkt bei etwa 90 Prozent der befragten Geflüchteten bereits gedeckt, wohingegen bei Themen, die eine eher mittel- oder längerfristige Perspektive in Deutschland betrafen, wie etwa Bildung, Beruf und Spracherwerb, weiterhin teils größere ungedeckte Hilfebedarfe bestanden.
  • Die Bekanntheit der Angebote von Asyl- und Migrationsberatung waren zum Befragungszeitpunkt noch steigerungsfähig - knapp ein Drittel kannte eines der Angebote oder hatte bereits eines davon genutzt.
  • Es zeigten sich für nahezu alle Bereiche signifikant positive Zusammenhänge zwischen der Inanspruchnahme von Beratungsangeboten und dem Erhalt von Hilfe im Bedarfsfall. Dieser positive Zusammenhang betrifft insbesondere diejenigen Bereiche, in denen bislang die Hilfebedarfe noch am wenigsten gedeckt waren (vor allem Flüchtlings- und Asylfragen, Arbeitssuche, Anerkennung von Abschlüssen und Bildung).
  • Zudem wirkten sich weitere individuelle Eigenschaften der befragten Geflüchteten positiv auf den Erhalt von Hilfe in Flüchtlings- und Asylfragen aus. Beispielsweise gaben Geflüchtete eher an, Hilfe in Flüchtlings- und Asylfragen erhalten zu haben, wenn sie sich bereits länger in Deutschland aufhielten und ihre Deutschkenntnisse selbst besser einschätzten.
  • Vor diesem Hintergrund erscheint es wichtig, die Bekanntheit sowie die Verfügbarkeit von Angeboten der Asyl- und Migrationsberatung weiter zu steigern, um durch eine erhöhte Inanspruchnahme die erfolgreiche Unterstützung durch das Beratungsangebot einem noch größeren Personenkreis zu ermöglichen.

Die Kurzanalyse wurde verfasst von: Jana A. Scheible und Axel Böhm

Direktlinks zu den sozialen Medien

Wichtige Mitteilung

BAMF verlängert Förderung für Integrationskurslehrkräfte

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) verlängert bis zum 31.03.2019 die individuelle Förderung der Teilnahme zugelassener Integrationskurslehrkräfte an bereits bestehenden Fort- und Weiterbildungen im Bereich "Arbeit mit traumatisierten Geflüchteten".
Gefördert werden weiterhin Lehrkräfte der Integrationskurse nach §43 AufenthG, die über eine Zulassung nach § 15 Abs. 1 IntV oder § 15 Abs. 2 IntV verfügen und zum Zeitpunkt der Teilnahme in einem laufenden Integrationskurs unterrichten.
Für die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen bei diesen Trägern können bis zu 200 Euro pro Lehrkraft erstattet werden.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Trägerrundschreiben (06/18).

Mehr