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Sozialstruktur, Qualifikationsniveau und Berufstätigkeit von Asylantragstellenden (Halbjahr 2016)

Datum 20.10.2016
Typ Kurzanalyse

Die Teilnahme am Arbeitsmarkt stellt einen der wichtigsten Aspekte der Integration dar. Um eine gezielte Einschätzung der Potenziale, aber auch der Bedarfe und entsprechende Planungen für Fördermaßnahmen vornehmen zu können, sind Hintergrundinformationen über das Qualifikationsniveau der Asylbewerber in Deutschland von großer Bedeutung.

Die Kurzanalyse 4/2016 wertet die Daten der Sozialen Komponente (sog. "SoKo"-Daten) aus und liefert Erkenntnisse über die Sozialstruktur (Geschlecht, Alter, Familienstand, Muttersprache), die Schulbildung sowie über den zuletzt ausgeübten Beruf von volljährigen Asylerstantragsstellenden im ersten Halbjahr 2016. Damit aktualisiert sie die Ergebnisse der im Mai erschienen BAMF-Kurzanalyse 3/2016.

Erkenntnisse

Die vierte BAMF-Kurzanalyse zeigt erstmals auf, wie die Schulbildung von Befragten in einzelnen Tätigkeitsbereichen ist. Demnach haben Personen, die zuletzt als Ingenieur, Lehrkraft oder im medizinischen Bereich gearbeitet haben, durchschnittlich die beste Bildung, wandern aber auch in geringeren Zahlen zu als Personen anderer Tätigkeitsbereiche. Rund 60 Prozent der Personen, die zuletzt in der Landwirtschaft gearbeitet haben, haben maximal eine Grundschulbildung.

Der Frauenanteil unter den Antragstellenden ist im Vergleich zum Jahr 2015 gestiegen. Besonders unter Asylerstantragstellenden aus Syrien wuchs der Frauenanteil um fast 10 Prozentpunkte an. Aber auch unter den irakischen und afghanischen Antragstellenden befanden sich im ersten Halbjahr 2016 deutlich mehr Frauen als noch im Vorjahr.

Fast 40 Prozent der Befragten hatten entweder eine Hochschul- oder Gymnasialbildung, wobei erneut Antragstellenden aus Syrien und dem Iran die beste Bildung hatten. Ungefähr 30 Prozent hatten maximal eine Grundschulbildung. Diese Werte entsprechen in etwa denen des Vorjahres.

Erhebung der Daten

Während der Asylerstantragstellung erhebt das Bundesamt mit Hilfe eines Dolmetschers neben den Stammdaten wie Geschlecht, Alter, Familienstand und Muttersprache auf freiwilliger Basis auch Daten zur Schulbildung und dem zuletzt ausgeübten Beruf. Mehr als 80 Prozent aller volljährigen Asylerstantragstellenden beantworteten im ersten Halbjahr 2016 die Fragen zu ihrer Qualifikation. Obwohl es sich um Selbstauskünfte handelt, für die keine Nachweise erbracht werden müssen, und Schul- und Berufssysteme unterschiedlicher Herkunftsländer sich nur schwer mit den deutschen vergleichen lassen, geben die "SoKo"-Daten einen ersten Einblick in die Qualifikationsstruktur der Geflüchteten.

Verfasser und Verfasserin der Kurzanalyse: Dr. Matthias Neske und Anna-Katharina Rich

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