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Das Integrationspanel. Entwicklung der Deutschkenntnisse und Fortschritte der Integration bei Teilnehmenden an Alphabetisierungskursen

Datum 09.07.2012
Bestellnummer: FFWP42
Typ Working Paper

Teilnehmende an Alphabetisierungskursen können im Kursverlauf ihre schriftsprachlichen Kenntnisse sowie ihre mündlichen Deutschkenntnisse deutlich verbessern. Im Durchschnitt steigern Teilnehmende ihre Deutschkenntnisse um mindestens ein Sprachniveau des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen.

Häufigere Kontakte zu Deutschen und Absicht in Deutschland zu bleiben

Zu Kursende haben die Kursteilnehmenden häufiger Kontakt zu einheimischen Deutschen als zu Kursbeginn. Am häufigsten bestehen Kontakte zu Deutschen in der Nachbarschaft, am seltensten handelte es sich bei den Kontakten um solche zu deutschen Freunden. 86 Prozent der Befragten möchten für immer in Deutschland bleiben. 14 Prozent besitzen bereits die deutsche Staatsangehörigkeit, 62 Prozent planen sie anzunehmen. Im Kursverlauf nahm auch die allgemeine Lebenszufriedenheit der Teilnehmenden zu.

Positive Bewertung der Alphabetisierungskurse durch die Teilnehmenden

83 Prozent der Befragten zu Kursbeginn und 72 Prozent zu Kursende schätzen die Lerngeschwindigkeit in den Kursen als „genau richtig“ ein. Der deutlichen Mehrheit der Kursteilnehmenden machte die Kursteilnahme sowohl zu Kursbeginn als auch zu Kursende viel oder sehr viel Spaß. Am meisten hilft der Kurs den Teilnehmenden dabei, besser Deutsch zu verstehen und vor allem besser Lesen und Schreiben zu können. 74 Prozent der Befragten sehen auch einen Mehrwert der Kursteilnahme für den Alltag. Damit ist diese auch bei Ämtergängen, bei Freizeitaktivitäten, bei der Berufsplanung oder Stellensuche und in der Kindertagesstätte, im Kindergarten oder in der Schule von großem Nutzen.

Hoher Anteil von Frauen in den Alphabetisierungskursen

In Alphabetisierungskursen ist der Frauenanteil mit 72 Prozent noch höher als in allgemeinen Integrationskursen. Teilnehmende an Alphabetisierungskursen sind mit 42 Jahren im Durchschnitt um acht Jahre älter als Personen in allgemeinen Integrationskursen. Die meisten Teilnehmenden stammen aus der Türkei und dem Irak. Das Bildungsniveau in Alphabetisierungskursen ist erwartungsgemäß niedriger als in allgemeinen Integrationskursen – durchschnittlich besuchten die Kursteilnehmenden fünf Jahre eine Schule. 70 Prozent der Befragten besitzen keinen Schulabschluss im Vergleich zu 13 Prozent in allgemeinen Integrationskursen.

Die Zielsetzung des Integrationspanels insgesamt ist die Überprüfung der Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Integrationskurse. Bei den hier zugrundeliegenden Befragungen von Teilnehmenden an Alphabetisierungskursen zu Kursbeginn und zu Kursende wurde die Entwicklung der Deutschkenntnisse, insbesondere der schriftsprachlichen Kenntnisse und der gesellschaftlichen Teilhabe der Teilnehmenden analysiert. Darüber hinaus wurde untersucht, wie die Integration in verschiedenen Teilnehmergruppen verläuft und wer am stärksten von den Alphabetisierungskursen profitiert.

Verfasserinnen der Studie: Karin Schuller, Susanne Lochner und Dr. Nina Rother unter Mitarbeit von Denise Hörner

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