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Das Integrationspanel. Langfristige Integrationsverläufe von ehemaligen Teilnehmenden an Integrationskursen

Datum 04.04.2013
Bestellnummer: FFWP52
Typ Working Paper

Das Working Paper 52 untersucht die langfristige Entwicklung der gesellschaftlichen Integration bei ehemaligen Teilnehmenden an Integrationskursen drei Jahre nach Beendigung ihres Integrationskurses. In dieser langfristigen Perspektive zeigen sich in den unterschiedlichen Bereichen der gesamtgesellschaftlichen Integration positive Entwicklungen. Die ehemaligen Integrationskursteilnehmenden behalten größtenteils die im Kurs erworbenen Deutschkenntnisse bei oder können diese durch selbständige Lernstrategien verbessern.

Kinder und Familie

Im Zusammenhang mit der schulischen Erziehung ihrer Kinder gibt eine große Mehrzahl der ehemaligen Teilnehmenden an, von den Kursinhalten zu profitieren. Besonders für Gespräche mit Lehrern (2011: 78 Prozent) oder anderen Eltern (2011: 76 Prozent) sind die im Integrationskurs vermittelten Kenntnisse nach Einschätzung der ehemaligen Teilnehmenden zunehmend von großem Nutzen. Beispielsweise nutzen beim Vorlesen, dem eine wichtige Rolle bei der sprachlichen Bildung von Kleinkindern zugeschrieben wird, ehemalige Teilnehmende in knapp der Hälfte der Fälle überwiegend die deutsche Sprache.

Nutzung deutscher Medien

Mindestens die Hälfte der ehemaligen Kursteilnehmenden nutzt seit der Integrationskursteilnahme nach eigenen Angaben häufiger deutsche Medien. Vor allem Alltagsmedien wie Zeitungen oder Zeitschriften sowie Fernsehsendungen und Spielfilme werden häufiger auf Deutsch konsumiert. Aufgrund der hohen Nutzungshäufigkeit dieser Medien liegt hier ein besonderes Potenzial für die alltägliche Anwendung und Weiterentwicklung deutscher Sprachkompetenzen.

Kontakte zu Deutschen

Im Zeitverlauf von 2009 zu 2011 nahm bei ehemaligen Kursteilnehmenden die Kontakthäufigkeit zu Deutschen zu. Kontakte zu Personen aus dem Herkunftsland liegen, vor allem aufgrund familiärer Verbindungen, zwar auf einem leicht höheren Niveau, sind aber rückläufig. Wie schon 2009 haben ehemalige Kursteilnehmende im Vergleich zu einer ebenfalls befragten Kontrollgruppe auch 2011 häufiger Kontakt zu Deutschen. Die Ergebnisse zeigen darüber hinaus die besondere Bedeutung der Integration in den Arbeitsmarkt für den Austausch zwischen Zuwanderern und Aufnahmegesellschaft.

Wachsende Identifikation mit Deutschland

Ehemalige Kursteilnehmende fühlen sich häufig mit Deutschland stark verbunden (2011: 68 Prozent). Befragte der Kontrollgruppe geben weniger oft an, sich mit Deutschland stark zu identifizieren (2011: 61 Prozent). Erwartungsgemäß zeigt sich erst in der langfristigen Perspektive eine deutliche Entwicklung der Verbundenheitsgefühle. Seit 2008 nahm die Verbundenheit zu Deutschland bei ehemaligen Kursteilnehmenden signifikant zu.

Verfasser der Studie: Susanne Lochner, Tobias Büttner und Karin Schuller

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