BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Resettlement und humanitäre Aufnahme - Resettlement: Aufnahme- und Integrationserfahrungen von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen

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Resettlement: Aufnahme- und Integrationserfahrungen von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen

Datum 24.11.2016
Bestellnummer: FFWP70
Typ Working Paper

Die Studie (Working Paper 70) präsentiert erste Ergebnisse der qualitativen Studie des Forschungszentrums des Bundesamtes zu Aufnahme- und Integrationserfahrungen zu Resettlement-Flüchtlingen.

Das Forschungszentrum des Bundesamtes begleitet die Neuansiedlung von Flüchtlingen im Rahmen des deutschen Resettlement-Programms seit 2012 von wissenschaftlicher Seite. Dabei werden Resettlement-Flüchtlinge zu ihren Erfahrungen mit der Neuansiedlung in Deutschland befragt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Flüchtlinge trotz belastender biographischer Kriegs- und Fluchterfahrungen in einer zunächst unbekannten sozio-kulturellen Umwelt ihre gesellschaftliche Teilhabe in den verschiedenen Lebensbereichen gestalten.

Erste Ergebnisse zeigen, dass Resettlement-Flüchtlinge mit dem Ablauf dieses Verfahrens in Deutschland zufrieden sind. Vor dem Hintergrund mehrjähriger Aufenthalte in den Erst-Zufluchtsstaaten, die durch große Unsicherheiten, Beschäftigungs- und Perspektivlosigkeit gekennzeichnet waren, wird das deutsche Aufnahmeverfahren von den in der Begleitstudie befragten Resettlement-Flüchtlingen als zuverlässig, geregelt, nachvollziehbar und vergleichsweise schnell wahrgenommen. Darüber hinaus schätzen die Befragten, dass Familien möglichst gemeinsam aufgenommen werden und die Familieneinheit gewahrt bleibt.

Die befragten Personen haben die Wichtigkeit des Spracherwerbs in Deutschland verinnerlicht und zeigen sich sehr motiviert, Deutsch zu lernen. Fast alle haben einen Integrationskurs des Bundesamtes besucht und streben eine dauerhafte Niederlassung in Deutschland und gesellschaftliche Teilhabe an. Auch in Bezug auf eine Arbeitsaufnahme herrscht eine hohe Motivation. Die Befragten möchten sich, trotz hoher Einstiegshürden etwa bei der Sprache oder der Anerkennung formaler Qualifikationen, aktiv am Arbeitsmarkt beteiligen.

Beratungs- und Unterstützungsangebote vor Ort erleichtern Resettlement-Flüchtlingen das Ankommen in Deutschland. Diejenigen, die von Anfang an eine Ansprechperson in der Kommune haben, kontaktieren diese häufig mit allen möglichen Anliegen und lernen auch schneller, sich in den neuen Strukturen zu orientieren. Das Engagement der Beraterinnen und Berater der Migrationsberatungsstellen für erwachsene Zuwanderer und Jugendmigrationsberatungsstellen schätzen die Flüchtlinge, die an der Studie teilgenommen haben, sehr.

Autorinnen der Studie: Tatjana Baraulina, Maria Bitterwolf

Hervorhebung_Gesetzgebung: Hintergrundinformationen zur Studie

Das laufende Forschungsprojekt des BAMF-Forschungszentrums befasst sich mit der noch relativ kleinen Zahl von Flüchtlingen, die über das Resettlement-Programm nach Deutschland gekommen sind.

Die Studie ist nicht repräsentativ und an den Grundsätzen qualitativer empirischer Sozialforschung ausgerichtet.

Im Working Paper werden erste explorative Ergebnisse präsentiert, die auf der Datengrundlage von qualitativen leitfadengestützten Interviews mit Flüchtlingen beruhen. Diese sind 2012 aus den Zufluchtsstaaten Türkei und Tunesien eingereist und wurden eineinhalb Jahre nach ihrer Ankunft befragt. Ergänzend fanden Expertengespräche mit lokalen Integrationsförderern (z. B. mit Vertretern der Kommunen, der Migrationsberatungsstellen sowie anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren) bezüglich der lokalen Integrationsangebote und des weiteren Förderbedarfs statt.

Aktuell werden zudem Resettlement-Flüchtlinge befragt, die 2014 in Deutschland Aufnahme gefunden haben. Noch 2017 wird das Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge die Gesamtauswertungen zu den Kohorten 2012 und 2014 veröffentlichen.

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Tatjana Baraulina

Migrations- und Integrationsforschung

Forschungsfeld I "Internationale Migration und Migrationssteuerung"

Frankenstraße 210
90461 Nürnberg
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Maria Bitterwolf

Migrations- und Integrationsforschung

Forschungsfeld I "Internationale Migration und Migrrationssteuerung"

Frankenstraße 210
90461 Nürnberg
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