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Dossier: Freiwillige Rückkehr im europäischen Kontext

Aus Erfahrung lernen

In seinen Schlussworten sprach Dr. Christian Klos, Bundesministerium des Innern, über die Herausforderungen beim Thema Rückkehr, die Bedeutung von europäischen Netzwerken und neue Ansätze zur Ansprache der Diaspora am Beispiel Gambias. 

"Wissen wir zu wenig darüber, was mit den Menschen nach ihrer Rückkehr in ihren Herkunftsländern geschieht? Was sind die Kriterien für eine erfolgreiche Rückkehr?" Am Ende der eintägigen EMN-Konferenz über freiwillige Rückkehr, Integriertes Rückkehrmanagement und Reintegration resümierte Dr. Klos, dass es in diesen Themenfeldern definitiv noch Wissenslücken gebe. In Deutschland habe man mit einheitlichen Definitionen angefangen.

Wichtig sei, dass alle Länder Europas darauf schauen, was jenseits ihrer Landesgrenzen geschehe sich untereinander austauschen und Netzwerke bilden. Denn nur durch den Austausch können gemeinsame Strategien und Programme für die Zukunft entwickelt werden. So hat sich beispielsweise Deutschland bei der Schweiz die Inspiration für das neue anreizbasierte Programm StarthilfePlus für die freiwillige Rückkehr geholt, gestufte Rückkehrhilfen an die Dauer des Aufenthalts zu knüpfen.

Freiwillige Rückkehr und Rückkehrberatung

Die EMN-Tagung habe auch Gelegenheit geboten, die Frage nach den Kriterien und der Glaubwürdigkeit der Rückkehrberatung zu stellen, so Dr. Klos. "Wie ergebnissoffen kann eine individuelle Rückkehrberatung sein? Aus der psychologischen Sicht in der Beratungssituation erscheint es wesentlich, aus rechtlicher Sicht kann sie es aber bei Bestehen einer Ausreisepflicht nicht sein."

Angesichts der großen Anzahl von Schutzsuchenden in Deutschland werde die freiwillige Rückkehr die zentrale Rolle spielen. Gleichzeitig, so Dr. Klos, müsse man beim Vollzug der Ausreisepflicht glaubwürdig bleiben. Eine Tatsache sei eben auch, dass konsequente Rückführungen auch zu einem Anstieg bei der freiwilligen Rückkehr führen. Es sei wichtig, diesen Zusammenhang zu kennen.

Für die Expertinnen und Experten der Tagung haben Voraussetzungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Rückkehrberatung im Fokus gestanden. Dazu seien neue Maßnahmen und Instrumente erforderlich. Eine solche Maßnahme, um potenzielle Rückkehrer in geeigneter Weise anzusprechen, sei das Informationsportal zu freiwilliger Rückkehr ReturningfromGermany, das Deutschland entwickelt habe, um diesen Menschen alle notwendigen Informationen zur Verfügung zu stellen. 

Beispiel: Gambia 

Um nachhaltig erfolgreich zu sein, sei die Kooperation mit den Herkunftsländern elementar. Erst in der Woche vor der EMN-Konferenz hätten Vertreter der Bundesregierung Westafrika bereist und unter anderem mit dem Präsidenten und dem Innenminister von Gambia gesprochen. Der gerade erfolgte Regierungswechsel biete eine gute Chance für eine positive Entwicklung des Landes. Die Regierung habe Interesse geäußert, Gambier, die nach Europa migriert sind, wieder in ihr Land zurückzuholen, damit sie beim Aufbau des Landes helfen. "Eine solche Entwicklungsperspektive wie beim gambischen Präsidenten, der vor seiner Rückkehr in London zunächst als Türsteher gearbeitet hat, können wir natürlich nicht allen bieten", scherzte Dr. Klos. Es sei jedoch lohnenswert, die Herkunftsländer in dem Interesse der Reintegration Ihrer Staatsangehörigen zu unterstützen. In der Zusammenarbeit könnten auch innovative Ansätze entstehen. So habe der gambische Innenminister angeboten, ein Treffen mit der gambischen Diaspora in Deutschland durchzuführen, um für eine Rückkehr in das Herkunftsland zu werben. Diese Initiative wolle man aufgreifen, um zu sehen, ob man hiermit die Zielgruppe letztlich besser erreiche.


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Wichtige Mitteilung

Infoveranstaltung für Lehrbuchverlage

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge führt am 30.11.2017 eine Informationsveranstaltung für Lehrbuchverlage zu den Berufssprachkursen nach § 45a AufenthG durch. Lehrbuchverlage können sich hierzu bis zum 20.11.2017 beim Bundesamt anmelden. Das Anmeldeformular finden Sie auf der weiterführenden Seite.

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