BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Themendossiers - Potenziale der Migration aus Indien - Indisches Leben in Deutschland

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Potenziale der Migration aus Indien

Zuwanderung, Arbeit, Leben, Engagement

Indisches Leben in Deutschland

Neben den Erfahrungen hochqualifizierter Fachkräfte ging es im dritten Panel um die Situation der nachziehenden Ehepartner sowie die Vernetzung der zweiten, "virtuellen" Generation.

Attraktivität Deutschlands

Den Beginn des Panels gestaltete Siddharth Mudgal, Vorstand der Gesellschaft für Deutsch-Indische Zusammenarbeit e.V. (GDIZ), zur Attraktivität Deutschlands als Zuwanderungsland für Arbeitsmigranten.

Er gab einen Einblick in die Erfahrungen hochqualifizierter indischer Migranten in Deutschland. Vor diesem Hintergrund forderte er neben der Ausweitung englischsprachiger Studienprogramme, bilingualer Schulen und Kindergärten auch die Einführung der englischen Sprache im öffentlichen Raum als wesentlichen Faktor zur Steigerung der Attraktivität Deutschlands als Zuwanderungsland für hochqualifizierte Inder.

Lebenssituation nachgereister Ehepartner

Im darauffolgenden Vortrag berichtete Dr. Anja Stichs (BAMF) über die Lebenssituation nachgereister Ehepartner aus Indien nach Deutschland.

Eine Frau steht hinter dem Rednerpult und sprichtÜber ihre Forschungsergebnisse sprach Dr´in Anja Stichs. Quelle: BAMF | LTh

Zu den Ergebnissen der 2012 durchgeführten Befragung (indischer) Ehegattinnen innerhalb der BAMF-Heiratsmigrationsstudie zählt unter anderem, dass mehrheitlich die Ehepartnerinnen, die dem Titel zufolge aus privaten Gründen nach Deutschland kamen, oftmals im Vergleich zum Ehepartner einen höheren Schul- und Berufsabschluss aufweisen. Die Ergebnisse zeigen zudem auf, dass die Ehepartnerinnen meist mit nur geringem Zeitverzug nachziehen, über 70 Prozent mit Kind migrieren und ein ähnlicher Anteil zum Zweck der Kinderbetreuung freiwillig nicht erwerbstätig sind, jedoch in Zukunft eine Erwerbstätigkeit planen.

Virtualität der zweiten Generation

Die Südasienwissenschaftlerin und Trainerin Dr. Urmila Goel (Berlin) thematisierte die Virtualitäten der zweiten Generation. Im Anschluss an einen kurzen historischen Überblick über die Zuwanderung aus Indien in die Bundesrepublik Deutschland illustrierte sie die Virtualität der zweiten Generation der indischen Zuwanderer in Deutschland in den 1990er-Jahren am Beispiel des Internetportals "theinder.net".

Dieses Portal, das mittlerweile durch modernere und individualisierte Medien ersetzt wurde, bot in den 2000ern einen bedeutenden Ort der Vernetzung und Aushandlung natio-ethno-kultureller Zugehörigkeit für Personen der zweiten Generation.

Der anschließende Austausch bezog sich zunächst auf Identitätsbildungsprozesse der zweiten Generation. In diesem Rahmen wurde herausgehoben, dass unterschiedliche Migrationswellen aus Indien dazu führten, dass es schwierig sei, die eine "zweite Generation" oder die eine "indische Community" zu identifizieren. Darüber hinaus wurde der vergleichsweise hohe Anteil nicht erwerbstätiger nachziehender indischer Ehepartnerinnen erneut beleuchtet. Dazu wurden Geschlechterrollenbilder sowie herkunfts- und ziellandbezogene Bewertungsmaßstäbe erörtert. In diesem Rahmen wurde auch die Rolle von Angeboten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf erwähnt. Die Forderung nach der Einführung der englischen Sprache im öffentlichen Raum wurde in Bezug auf ihre Umsetzbarkeit für Deutschland hinterfragt.

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