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Deutschland ist weiterhin attraktiv für Zuwanderer

Neuer Migrationsbericht veröffentlicht

Datum 15.01.2014

Die Bundesregierung hat heute den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erstellten Migrationsbericht 2012 verabschiedet. Die jährlich veröffentlichte, umfassende statistische Datensammlung über das Migrationsgeschehen in Deutschland dient (Fach)Öffentlichkeit und Presse als Informationsquelle und Politik und Verwaltung als Entscheidungsgrundlage im Bereich der Migrationspolitik.

Die vorliegenden Daten zur Migration im Jahr 2012 verdeutlichen, dass Deutschland als Zielland von Migrantinnen und Migranten weiter an Attraktivität gewinnt. Insbesondere mit Blick auf die Diskussion um den demographischen Wandel und die Gewinnung von ausländischen Fachkräften ist die Zuwanderung für Deutschland von hoher Bedeutung. Dies wird auch in den nächsten Jahren so bleiben. So wurde insbesondere beim Zuzug von Fachkräften ein Anstieg verzeichnet. Auch begannen so viele ausländische Staatsangehörige ihr Studium in Deutschland wie nie zuvor.

Aber auch bei der Asylzuwanderung war ein weiterer Anstieg zu verzeichnen – 2012 erhielt Deutschland mit 23 % aller in der EU gestellten Asylanträge im Vergleich zu den anderen Mitgliedstaaten die meisten Asylanträge in der EU.

Wesentliche Ergebnisse des Migrationsberichts 2012 sind:

  • Im Jahr 2012 konnte im Vergleich zum Vorjahr ein deutlicher Anstieg der Zuzugszahlen (1.081.000) bei nahezu gleichbleibender Zahl der Fortzüge (712.000) registriert werden. Dadurch ergab sich ein Wanderungsüberschuss von 369.000 Personen, der höchste seit dem Jahr 1995 und 32 % mehr als im Vorjahr.
  • Auch im Jahr 2012 war Polen das Hauptherkunftsland der Zuwanderer, wie schon seit 1996. Es folgen die zum 1. Januar 2007 zur EU beigetretenen Staaten Rumänien und Bulgarien. Stark angestiegen ist ebenfalls die Zuwanderung aus den südeuropäischen EU-Staaten, die von der Finanzkrise besonders betroffen sind. Insgesamt zogen 2012 623.407 Personen aus anderen EU-Mitgliedstaaten nach Deutschland. Die EU-Binnenmigration macht damit mittlerweile 58% des gesamten Zuwanderungsgeschehens nach Deutschland aus.
  • Bei den meisten Formen der Arbeitsmigration wurde ein Anstieg verzeichnet, insbesondere bei Fachkräften. Die Gesamtzahl zugewanderter Erwerbsmigranten im Jahr 2012 stieg im Vorjahresvergleich leicht um 2% auf etwa 37.000. Hauptherkunftsländer waren Indien, Kroatien, die Vereinigten Staaten und China.
  • Zudem sind im Jahr 2012 mehr ausländische Staatsangehörige nach Deutschland gekommen, um an einer deutschen Hochschule ein Studium zu beginnen, als jemals zuvor. Im Vergleich zum Vorjahr konnte eine Zunahme um 9% auf fast 80.000 Studierende festgestellt werden.
  • Eine weitere, starke Zunahme war bei der Zahl der Asylerstanträge festzustellen. Im Jahr 2012 wurden fast 65.000 Asylerstanträge registriert. Dies entspricht einem Anstieg um 41% im Vergleich zu 2011.
  • Auf relativ konstantem Niveau hielt sich in den letzten fünf Jahren der Ehegatten- und Familiennachzug, wobei der Nachzug aus der Türkei rückläufig war, während etwa beim Familiennachzug aus Indien ein kontinuierlicher Anstieg zu verzeichnen war.

    Der Migrationsbericht 2012 geht auch auf die soziodemographische Struktur der in Deutschland lebenden Personen mit Migrationshintergrund ein. In Deutschland hat jeder fünfte Einwohner einen Migrationshintergrund. Bei Kindern unter zehn Jahren liegt dieser Anteil bei etwa einem Drittel.

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