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Nach Deutschland der Liebe wegen

Datum 07.05.2014

Welche aktuellen Erkenntnisse gibt es zur Integration von im Rahmen des Ehegattennachzugs nach Deutschland Gekommenen? Die BAMF-Heiratsmigrationsstudie 2013 liefert dazu vielfältige Resultate.

So unterschiedlich die Ehegattinnen und Ehegatten untereinander auch sind, in einem sind sie sich einig: Es ist wichtig, dass beide Partner aus freiem Willen heiraten. Dies ist nur eines von vielen Ergebnissen der BAMF-Heiratsmigrationsstudie 2013.

Der Nachzug von Ehegattinnen und Ehegatten aus dem Ausland zu ihren in Deutschland lebenden Partnern ist seit vielen Jahren ein wichtiger Migrationspfad für Drittstaatsangehörige. Seit Einführung des neuen Zuwanderungsgesetzes im Jahr 2005 sind bis Ende des Jahres 2013 im Rahmen des Ehegattennachzuges fast 350.000 Frauen und Männer nach Deutschland gekommen. Mit der BAMF-Heiratsmigrationsstudie 2013 liegen nun erstmals belastbare Informationen über die Lebenssituation von nachgereisten Ehepartnern verschiedener Herkunftsländer in den ersten Jahren nach der Migration vor. Für die Studie wurden 2.497 Ehegattinnen und Ehegatten aus über zehn Herkunftsländern befragt.

"Unsere Daten aus der Heiratsmigrationsstudie zeigen, dass es wichtig ist, auf das Potenzial zu blicken, das Ehegattinnen und Ehegatten aus dem Ausland mitbringen", unterstreicht Manfred Schmidt, Präsident des BAMF, das Fazit der Studie. "Fast alle kommen in einem noch jungen Alter nach Deutschland. Viele sind schulisch gut ausgebildet. Mehr als die Hälfte bringt einen beruflichen Ausbildungs- oder Studienabschluss mit. Eine wichtige Aufgabe sehe ich darin, die jungen Frauen und Männer nach ihrer Einreise möglichst frühzeitig darin zu unterstützen, ihre Fähigkeiten hier in Deutschland einzubringen und zu entwickeln."

Großes Interesse, Deutsch zu lernen

Ein wichtiges Ergebnis der Studie ist, dass die meisten Ehegattinnen und Ehegatten mit einer längerfristigen oder sogar dauerhaften Perspektive nach Deutschland kommen. Über 80 Prozent geben an, dass sie für immer oder mindestens zehn Jahre in Deutschland bleiben möchten. Entsprechend ist ihre Bereitschaft hoch, sich in Deutschland ihren neuen Lebensmittelpunkt aufzubauen. Fast alle bemühen sich nach der Einreise, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Hilfestellung erhalten sie hierbei durch den Integrationskurs, den rund zwei Drittel der Ehegattinnen und Ehegatten zum Zeitpunkt der Befragung entweder besuchten oder bereits abgeschlossen hatten. Dass auch der Deutscherwerb bereits im Herkunftsland wichtig ist, zeigen die Ergebnisse zum 2007 eingeführten obligatorischen Deutschtest vor der Einreise. Er wurde von Teilen der Betroffenen zwar oftmals als belastend empfunden, über 80 Prozent aller Befragten sehen ihn dennoch als sinnvoll an.

Neuzuwanderer gezielt unterstützen

Durch die Untersuchung werden aber auch Ansatzpunkte zur weiteren Unterstützung von Neuzuwanderern im Sinne einer gelebten Willkommenskultur deutlich. Dies betrifft zum einen die soziale Einbindung. Die Mehrheit der befragten Ehegattinnen und Ehegatten hat in ihrem sozialen Umfeld regelmäßig lose Kontakte zu Deutschen ohne Migrationshintergrund. Engere freundschaftliche Kontakte kommen indessen deutlich seltener zustande. Insbesondere nicht erwerbstätige Frauen mit kleinen Kindern benötigen Unterstützungsangebote, um sich besser sozial vernetzen zu können.

Zum anderen stehen viele nachgereiste Ehegattinnen und Ehegatten vor dem Problem, dass sie ihre mitgebrachten beruflichen Ausbildungs- und Studienabschlüsse auf dem Arbeitsmarkt nicht verwerten können. Durch eine frühzeitige Beratung und berufliche (Nach-)Qualifizierungsangebote können die bei ihrer Einreise oftmals noch jungen Zuwanderer bei der Entwicklung realistischer beruflicher Ziele unterstützt werden und dadurch ihre Arbeitsmarktchancen nachhaltig verbessern.

Den Forschungsbericht in voller Länge und eine Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse erhalten Sie über den Link in der rechten Spalte. Weitere Forschungsergebnisse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finden Sie in der rechten Spalte unter Links.

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