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Asylprognose für das Jahr 2015

Datum 26.03.2015

Gegenwärtig wird die Frage diskutiert, wie viele Menschen in Deutschland im Jahr 2015 Asyl beantragen werden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) erstellt regelmäßige Prognosen zu den Asylzahlen, die den Bundesländern als Grundlage für die Planung ihrer Unterbringungskapazitäten dienen. Die Prognose basiert insbesondere auf den Entwicklungen in den Hauptherkunftsländern, Informationen über die Migrationsbewegungen, Antragszahlen in den EU-Mitgliedstaaten und die bisherige Zahlenentwicklung.

Das BAMF hat für das Jahr 2014 insgesamt 200.000 Asylsuchende prognostiziert – mit 202.000 Antragstellern hat sich dies auch realisiert. 2015 ist ein Rückgang der Asylzuwanderung nach Deutschland aufgrund der andauernden Syrienkrise, der Verschlechterung der Situation im Irak sowie weiterer Konflikte nicht zu erwarten. Das BAMF hat daher für 2015 seine Prognose auf 250.000 Erst- und 50.000 Folgeantragsteller erhöht. Dies wird nun von mancher Seite als noch zu niedrig kritisiert.

Aus Sicht des Bundesamts ist es verfrüht, die Prognose für das Jahr 2015 anzupassen. "Eine Hochrechnung der Zahlen der Monate Januar und Februar mit zusammen 45.173 Asylanträgen auf das gesamte Jahr 2015 ist nicht sinnvoll", so der Präsident des Bundesamts, Dr. Manfred Schmidt, "denn diese Monate waren ganz besonders von dem vorübergehenden Anstieg von Anträgen aus dem Kosovo geprägt." Dies war jedoch eine kurzfristige Ausnahmeerscheinung.

Bei der Entwicklung der Prognose berücksichtigt das Bundesamt auch die im Bereich Asyl  von Deutschland getroffenen Maßnahmen. Dazu zählt das Gesetz zu den sicheren Herkunftsländern, seit dessen Einführung am 6. November 2014 der Zugang aus dem Westbalkan auf stabilem Niveau stagniert und nicht weiter ansteigt. Was die kurzfristig hohen Zugänge aus dem Kosovo betrifft, so haben die prioritäre Bearbeitung von Asylanträgen kosovarischer Antragsteller sowie Aufklärungsarbeit im Herkunftsland inzwischen zu einem deutlichen Rückgang der Flüchtlinge aus dem Kosovo geführt. Kamen Anfang Februar 2015 bundesweit täglich noch bis zu 1.500 Personen aus dem Kosovo, waren es zuletzt durchschnittlich nur noch 150 Personen pro Tag.

"Wer Schutz benötigt, muss in Deutschland immer auch Schutz bekommen. Wenn wir einen Asylantrag wegen fehlender Schutzgründe jedoch ablehnen müssen, sind die Länder am Zug, diese Entscheidung des Bundesamts auch zu vollziehen", erläutert Präsident Dr. Schmidt. "Dies wird eine Signalwirkung in die Herkunftsländer mit geringen Schutzaussichten haben."

Das BAMF geht davon aus, dass die genannten Maßnahmen im Verlauf des Jahres eine noch stärkere Wirkung entfalten werden und der Zugang von Asylsuchenden in den Monaten Januar und Februar daher nicht ohne Weiteres auf das gesamte Jahr hochgerechnet werden kann. Die Entwicklung der Asylantragszahlen wird vom BAMF weiterhin sehr genau beobachtet. Soweit aufgrund einer veränderten Erkenntnislage erforderlich, hat das Bundesamt auch in der Vergangenheit flexibel auf Veränderungen in den Flüchtlingsbewegungen reagiert und bei erkennbarem Bedarf die Prognose angepasst.

Um transparent zu machen, auf welcher Grundlage die Prognose der Asylzahlen erstellt und falls erforderlich modifiziert wird, veröffentlicht das BAMF erstmalig das eigentlich nur an die Bundesländer gerichtete aktuelle Prognoseschreiben vom 18. Februar 2015 (siehe Download in der rechten Spalte).

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