BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Aktuelle Meldungen - Bis zu 800.000 Asylbewerber erwartet

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Bis zu 800.000 Asylbewerber erwartet

Datum 19.08.2015

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière hat heute die überarbeitete Prognose für die Zahl der erwarteten Asylanträge vorgestellt. Das Bundesministerium des Innern und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnen damit, dass in diesem Jahr bis zu 800.000 Asylbewerber nach Deutschland kommen werden – das wären etwa viermal so viele wie im Vorjahr.
Anders als vorherige Prognosen stellt die aktuelle Datenbasis nicht mehr nur auf die Zahl der gestellten Asylanträge, sondern auf die deutlich darüber liegenden tatsächlichen Zugänge ab. Bis Ende Juli hat das BAMF bereits rund 218.000 Asylanträge gezählt.
Eine Abschwächung der Asylmigration ist derzeit nicht zu erwarten. Die Gründe hierfür sind vielschichtig:

  • Zum einen fallen die Zugänge zu Beginn der zweiten Jahreshälfte erfahrungsgemäß höher aus als im ersten Halbjahr.
  • Zudem hat u.a. die Migration über die Ägäis und den Balkan erheblich zugenommen - mit der Folge einer drastischen Verschärfung der Situation in Griechenland.
  • Außerdem gibt es derzeit keine Anzeichen für eine positive Entwicklung in den Konfliktregionen des Nahen Ostens, am Horn von Afrika und in Nordafrika.
  • Gute und notwendige EU-Ansätze zur Steuerung der Migrationsströme (u.a. Hotspots in Griechenland und Italien, Unterstützung der Transitstaaten in Afrika und auf dem Balkan) brauchen Zeit, um ihren Wirkung zu entfalten.
  • Bei der Asylmigration aus den Westbalkanstaaten sind erstmals leichte Abschwächungstendenzen erkennbar.

BAMF-Präsident Dr. Manfred Schmidt zeigte sich zuversichtlich, dass die Zahl der Asylanträge vom Westbalkan sinken wird. Anträge aus dieser Region haben eine Schutzquote von unter einem Prozent. "Die Maßnahmen, die Bund und Länder vereinbart haben, werden bereits in den nächsten Wochen wirken", so Schmidt. Schnellere Asylverfahren und konsequente Rückführungen in Verbindung mit Wiedereinreisesperren und Aufklärungskampagnen im Westbalkan zeigten bereits jetzt erste Erfolge.

Das Prognoseschreiben an die Bundesländer können Sie in der rechten Spalt downloaden.

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