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EMN-Studie: Fachkräftemangel in Deutschland?

Aktuelle Studie zur Bestimmung von Fachkräfteengpässen und Fachkräftebedarfen in Deutschland

Datum 17.09.2015

Mit rund 42,7 Millionen Erwerbstätigen (Stand: Mai 2015) verfügt Deutschland über den derzeit größten Arbeitsmarkt innerhalb der Europäischen Union. Mit dem Wachstum des Beschäftigungsmarktes und gleichzeitig sinkenden Arbeitslosenzahlen entstand auch die Diskussion, wie die Nachfragen an Fachkräften befriedigt werden könne. In der arbeitsmarktpolitischen Debatte ist daher immer wieder von einem Fachkräftemangel die Rede gewesen, der die deutsche Wirtschaft vor immense Herausforderungen stellen wird.

Die neue Studie des BAMF-Forschungszentrums "Bestimmung von Fachkräfteengpässen und Fachkräftebedarfen in Deutschland", die im Auftrag des Europäischen Migrationsnetzwerkes erarbeitet wurde, beantwortet die Frage, ob ein tatsächlicher Mangel an Fachkräften in Deutschland besteht. Dafür rekonstruiert die Studie wichtige Aspekte und Grundannahmen des aktuellen Diskurses um Fachkräfteengpässe und künftige Fachkräftebedarfe und vermittelt einen Einblick in die Berechnungsmethodik der Bundesagentur für Arbeit, die zweimal im Jahr eine umfassende Fachkräfteenpassanalyse erstellt. Die Studie misst auch, in welchen Berufen und Berufszweigen sich Engpässe abzeichnen und in wie weit diese temporär und/oder regional begrenzt sind.

Die Studie analysiert auch die Schwierigkeiten einer methodischen Herangehensweisen zur Berechnung, da es für die Bestimmung von Fachkräfteengpässen keine "Königsvariable" gibt. Daraus resultiert, dass sich die derzeitige migrationspolitische Ausrichtung und Steuerung der Fachkräftezuwanderung auf die Begünstigung besonders gefragter Berufsgruppen (Mangelberufe) beschränkt und keine Zielgrößen vorgibt.

Ein flächendeckender Fachkräftemangel ist laut der Studie in Deutschland derzeit nicht zu beobachten. Bundesweite lassen sich lediglich Fachkräfteengpässe in der Gesundheits- und Pflegebranche identifizieren.

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Deutschland empfiehlt die Studie politische Maßnahmen, um die Basis an Fachkräften mittel- und langfristig zu sichern. Innerhalb der Gesamtstrategie zur Sicherung der Beschäftigungsbasis gewinnt die Zuwanderung aus Drittstaaten gegenüber der Migration aus EU-Mitgliedsstaaten immer mehr an Bedeutung.

Das Working Paper 64 steht Ihnen als PDF in der rechten Spalte zum Download zur Verfügung. Es wurde von der beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge angesiedelten Nationalen Kontaktstelle des Europäischen Migrationsnetzwerkes (EMN) als deutscher Beitrag für eine europaweit vergleichende Untersuchung erstellt und aus EU-Mitteln kofinanziert.

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