BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Aktuelle Meldungen - EMN-Konferenz: Wie Erwerbsmigration funktioniert

Navigation und Service

EMN-Konferenz: Wie Erwerbsmigration funktioniert

Datum 08.12.2015

Welche Wege es zur Steuerung der Erwerbsmigration gibt, um die nationalen Bedarfe an Arbeitskräften zu decken, diskutierten Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik bei der EMN-Konferenz in Dublin. Die Fachtagung Ende November stand unter dem Titel: "Making labour migration work: Identifying skills shortages and attracting migrant workers as part of the solution".

Eingeleitet von Gerald Nash, beigeordneter Minister für Wirtschaft und Beschäftigung im Ministerium für Arbeit, Unternehmen und Innovation (Department for Jobs, Enterprise and Innovation), gliederte sich die Veranstaltung thematisch in zwei Panels.

Im ersten Block ging es zunächst um die Identifizierung von Fachkräfteengpässen und um Strategien für eine bedarfsorientierte Zuwanderungspolitik. Dabei sprachen Jean-Christophe Dumont von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und Arbeitsmarktexpertin Jasmina Behan über neue gesetzliche Zuwanderungswege und -möglichkeiten im Bereich der Erwerbsmigration. Ebenso gingen sie auf die grundsätzliche Datenlage und die verwendeten Methoden zur Bestimmung von Fachkräfteengpässen in Irland ein.

Wie in Deutschland gibt es mehrere Sicherungspfade, um tatsächlichen Fachkräfteengpässen zu begegnen. Zu diesen gehört neben der Qualifizierung junger Menschen, dem lebenslangen Lernen und der Mobilisierung heimischer Beschäftigungsressourcen auch die Zuwanderung qualifizierter Kräfte. Jennifer C. Smith sprach in diesem Zusammenhang über das britische Modell der Fachkräftezuwanderung, das auf einem Punktesystem basiert. Dieses vergibt die meisten Punkte an jene qualifizierten Drittstaatsangehörigen, die in identifizierten Mangelberufen arbeiten. Smith verwies jedoch darauf, dass nicht jeder Mangelberuf automatisch mit hohen Verdiensten verbunden sein muss, denn im Vereinigten Königreich gibt es unterschiedliche Gehaltsgrenzen.

Erfolgreiches Instrument: Blaue Karte EU

Der zweite Block zeigte Wege zu mehr Wirtschaftswachstum und die Bedeutung der Zuwanderung auf. Auch die Rolle Irlands im globalen Wettbewerb beleuchteten die Redner: Fiona Flood, Leiterin der Abteilung "Employment Permits and Economic Migration Policy and EU/EPSCO" im Ministerium für Arbeit, Unternehmen und Innovation, und Mark Redmond, Vorsitzender der amerikanischen Handelskammer in Irland. Redmond hob unter anderem die Rolle US-amerikanischer Unternehmen hervor, von denen sich mehr als 700 – zum Teil schon vor Jahrzehnten – in Irland angesiedelt und mehr als 140.000 Arbeitsplätze geschaffen hätten. Die zahlreichen Unternehmen des High-Tech-Bereichs fänden zwar gute Bedingungen vor, sehen sich aber gleichzeitig einem wachsenden "Mismatch" zwischen Angebot und Nachfrage an Arbeitskräften gegenüber.

Im Hinblick darauf mahnte Iván Martín, Professor am Zentrum für Migrationspolitik des Europäischen Hochschulinstituts in Sevilla, die Zuwanderung qualifizierter und hochqualifizierter Fachkräfte zu fördern und die derzeitigen Zuwanderungsinstrumente auf ihre Flexibilität hin zu überprüfen. Er benannte Herausforderungen und Probleme, vor denen Europa im weltweiten Kampf um die besten Köpfe stünde. Zugleich betonte er, dass es auch Chancen und Möglichkeiten gäbe, in diesem Kampf zu bestehen. Neben kanadischen und südkoreanischen Instrumenten zur Gewinnung und Steuerung von (hoch-)qualifizierten Erwerbsmigranten nannte Martín auch das deutsche System, in dem sich die Blaue Karte EU als ein sehr erfolgreiches Zuwanderungsinstrument erwiesen hat.

Direktlinks zu den sozialen Medien