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Ressourcen schützen – Aktionstage für Geflüchtete

Datum 27.12.2016

"Auf die Plätze, fertig, los!" Trainerin Stefanie Frische gibt den Einsatz, Kollegin Ingrid Rauscher stoppt die Zeit: Sechs überwiegend junge Männer durchwühlen den kleinen Abfallberg in der Mitte des Raums. Was darf in den gelben Sack? Was muss zum Wertstoffhof? Der eine nimmt die Bierflasche und bringt sie zum Pfandsymbol, der andere greift sich eine Plastikverpackung und legt sie zum Foto mit dem gelben Sack. Nach kaum mehr als einer Minute ist der Abfall getrennt und die nächste Gruppe steigt in den Ring.

Der kleine Wettbewerb schließt das Modul "Abfall" des "Ressourcentages" an der Volkshochschule der mittelfränkischen Stadt Ansbach ab: "So können die Geflüchteten das Gelernte spielerisch verankern", sagt Trainerin Birgit Baindl, die diesen zuvor die Prinzipien der Mülltrennung und Wiederverwertung lebendig demonstriert hat. "Das sollte man in allen Ländern so machen!", findet etwa Abdulgalel Ousman Abdulrahem (24) aus Äthiopien. Später sensibilisiert das Trainerinnenteam ebenso alltagsnah für den nachhaltigen Umgang mit Trinkwasser und Energie.

Eine Frau hält in der einen Hand eine Glasflasche und in der anderen Hand ein Schild mit der Aufschrift "Pfand".Was kommt in welche Tonne? Trainerin Birgit Baindl demonstriert anschaulich, wie der Müll getrennt wird. Quelle: Gerd Fürstenberger


Schulung in Werten und Gepflogenheiten

Birgit Baindl, im Landkreis Fürstenfeldbruck für Ressourcenmanagement in Asylunterkünften zuständig, hat an dem Konzept der "Ressourcentage" maßgeblich mitgewirkt. "Häufig wird in den Heimatländern der Geflüchteten mit Energie, Wasser und Abfall anders umgegangen als hier", hat sie im Rahmen ihrer Arbeit festgestellt. "Wir wollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aber nicht von oben herab belehren, sondern holen sie da ab, wo sie stehen, und ihnen zeigen, dass Nachhaltigkeit und ein schonender Umgang mit Ressourcen einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben."


Von November bis Dezember 2016 führten rund 80 geschulte Trainerinnen und Trainer bundesweit mehr als 180 solcher Ressourcentage in der Regel in Asylunterkünften durch. Träger des vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge geförderten Projekts ist die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltbildung Bundesverband e.V. (ANU) mit den Projektpartnern Landkreis Fürstenfeldbruck, Evangelische Jugendsozialarbeit in Bayern e.V. und Energieagentur Unterfranken e.V.

Eine Frau hält eine leuchtenden Glühbirne in der Hand. Zwei Männer beobachten die Wirkung vom Licht auf Solarzellen.Trainerin Ingrid Raucher (rechts oben) zeigt in kleinen Experimenten wie Solarenergie genutzt werden kann. Quelle: Gerd Fürstenberger


Die Teilnehmer geben ihr Wissen weiter


Die Geflüchteten in Ansbach freuen sich nun darauf, als "Multiplikatoren" ihre Mitbewohner und Familien mit den neuen Erkenntnissen auf das Leben in Deutschland einstimmen zu können: So Walerij Wasiljew (45) aus der Ukraine: "Wir sind zu neunt auf zwei Etagen. Nun können wir die Mülltrennung besser organisieren und Strom sparen."

Text: Gerd Fürstenberger

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