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Geflüchtete: Fachkräfte von morgen?

Datum 26.07.2017

Das Forschungszentrum des Bundesamtes veröffentlicht regelmäßig und transparent die Ergebnisse seiner Studien in Kurzanalysen, Forschungsberichten, Working Paper und Fachartikeln. Neben dem gesetzlichen Auftrag der Politikberatung trägt das Forschungszentrum des Bundesamtes so auch zu einer Versachlichung der öffentlichen Diskussion in den Themenbereichen Migration und Integration bei.

Der aktuelle Fachartikel "Kann die Flüchtlingszuwanderung zur Behebung des Fachkräftemangels beitragen? Erkenntnisse aus der Forschung zu Qualifikationen von Flüchtlingen" ist nun im Sammelband der Bertelsmann Stiftung "Faire Fachkräftezuwanderung nach Deutschland. Grundlagen und Handlungsbedarf im Kontext eines Einwanderungsgesetzes" erschienen. Der Sammelband möchte die sachorientierte Debatte zur Frage eines Einwanderungsgesetzes stärken.

Der Artikel des BAMF-Forschungszentrums fasst Ergebnisse von drei Studien zusammen: Viele Geflüchtete befinden sich demnach noch in einer frühen Phase ihrer Erwerbsbiografie. Gleichzeitig ist eine große Motivation vorhanden, sich aus- und weiterzubilden und zu arbeiten. Es wird jedoch Zeit brauchen, bis die Geflüchteten auf dem deutschen Arbeitsmarkt ankommen, da deutsche Sprachkenntnisse, die für den deutschen Arbeitsmarkt unabdingbar sind, in der Regel erst noch erworben werden müssen.
Deutlich wird auch, dass Bildung zwar meist vorhanden ist, eine Minderheit aber eine formale Berufsausbildung abgeschlossen hat. In diesem Zusammenhang ist auf die Problematik der Vergleichbarkeit von schulischen und beruflichen Abschlüssen hinzuweisen. Das deutsche "duale System" in den meisten Ländern auf der Welt so nicht bekannt. Entsprechend ist zunächst auch die Vermittlung des Wissens um das deutsche (Berufs-)Bildungssystem und um den Wert einer zertifizierten Ausbildung eine Aufgabe.
Was sich aber auch zeigt, ist, dass viele Geflüchtete im Herkunftsland gearbeitet haben und auch in Deutschland wieder arbeiten wollen.

Hervorhebung_Gesetzgebung: Zu den Datenquellen:

  • vorläufige Daten der IAB-BAMF-SOEP-Befragung von circa 2.300 Geflüchteten: Längsschnittuntersuchung über drei Jahre, von 2016 bis 2018; Befragte sind zwischen 2013 und Anfang 2016 nach Deutschland eingereist; Personen im Asylverfahren, mit einem Schutzstatus und abgelehnt mit einer Duldung
  • BAMF-Flüchtlingsstudie 2014 mit circa 2.800 Personen, die als Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge in Deutschland leben und bis 2012 eingereist sind
  • "Soziale Komponente (SoKo)" als Verwaltungsstatistik im Rahmen des Asylverfahrens; Asylantragstellende geben freiwillige Auskunft; für 2015 und 2016 liegen Auswertungen mit sechsstelligen Fallzahlen vor

Zum Sammelband der Bertelsmann Stiftung und den Studien des BAMF-Forschungszentrums folgen Sie den Links in der rechten Spalte.

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Neue Aufforderung AMIF 2017

Die Aufforderung der EU-Zuständigen Behörde zur Einreichung von Anträgen auf Gewährung einer Zuwendung für 2017 aus dem Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds (AMIF) ist veröffentlicht!

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Auf einem Tisch liegen drei Blätter, darüber setzt eine Hand mit Stift zur Unterschrift an.