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Azubi-Austausch mit uvex

Kooperation zwischen Wirtschaftsunternehmen und dem BAMF bei der Ausbildung gestartet

Datum 14.12.2017

Perspektivenwechsel

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Seit diesem Jahr kooperiert das Bundesamt bei der Ausbildung mit verschiedenen Wirtschaftsunternehmen. Warum? Wir haben einige der Beteiligten des ersten Treffens gefragt. Die Antworten sehen Sie im Video.

Zum ersten Mal haben sich Auszubildende des Bundesamtes mit ihren Kolleginnen und Kollegen des Sportartikelherstellers uvex aus Fürth getroffen. Seit diesem Jahr läuft das Pilotprojekt "Perspektivenwechsel".

uvex ist das erste Unternehmen, das seine Azubis auch zur Ausbildung ins Bundesamt schickt. Beim gegenseitigen Kennenlernen stand die interkulturelle Sensibilisierung im Vordergrund. "Durch professionelle und zertifizierte Schulungen zur interkulturellen Sensibilität können wir den Auszubildenden aus der freien Wirtschaft eine Kernkompetenz des aktuellen Arbeitslebens vermitteln – das Verständnis für andere kulturelle Hintergründe. Es wird immer wichtiger, sich in die Lage anderer Menschen versetzen zu können", erläutert Dr. Sebastian Gradinger, Leiter des BAMF-Qualifizierungszentrums.

Portraitbild von ArnoldArnold, Auszubildender beim Bundesamt Quelle: © BAMF

Doch dieser Austausch ist keine Einbahnstraße: Im Zuge der Ausbildungskooperationen sollen Auszubildende des Bundesamtes durch Praxisphasen in Unternehmen vertiefende Kenntnisse in den Bereichen Finanzbuchhaltung sowie Ein- und Verkauf gewinnen und neue Impulse aufgreifen. Dazu sagt Arnold, einer der teilnehmenden Auszubildenden beim Bundesamt: "Ich habe mich für das Programm beworben, da ich es für eine gute Idee halte, auch außerhalb des öffentlichen Dienstes in der freien Marktwirtschaft Eindrücke zu sammeln, die auch später nach der Ausbildung hilfreich sein und die Perspektiven nach der Ausbildung erweitern können."

Umgekehrt haben auch die Auszubildenden von uvex schon vom ersten Treffen profitiert: "Wir hatten heute die Möglichkeit, das Bundesamt anzuschauen und die Auszubildenden hier kennen zu lernen. Wir hatten dabei ein Training, bei dem wir uns in die Situation einer anderen Person reinversetzen mussten. Diese Personen hatten zum Teil Migrationshintergrund, zum Teil aber auch nicht. Es war für uns eine einmalige Möglichkeit zu erörtern, was eigentlich dahinter steckt", erklärt Saskia. Sie ist Auszubildende bei uvex im zweiten Lehrjahr.

Durchgeführt hat dieses erste Training Janne Grote. Grote ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungszentrum des BAMF und leitet die Schulungen für interkulturelle Sensibilisierung für die Auszubildenden des BAMF. "Ziel der Schulungen ist es, sensibilisiert zu sein und zu werden für die verschiedensten Formen und Ebenen von Diskriminierung. Interkulturelles Zusammensein, das eben nicht nur im Umgang mit den Geflüchteten wichtig ist, sondern immer mehr auch beim Umgang mit den eigenen Kolleginnen und Kollegen", so Grote. Während eines von ihm initiierten Rollenspiels haben alle Auszubildenden per Los eine fiktive Person zugeordnet bekommen. Alle starten auf gleicher Position. "Ist es leicht für euch, eine neue Wohnung zu bekommen?" fragt Grote. Wer das für sich in Anspruch nimmt, darf einen Schritt nach vorne gehen. "Könnt ihr einfach so verreisen?" "Eine Disco besuchen?" Wieder geht es für diejenigen einen Schritt vorwärts, die das können. Schnell wird klar: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Rollenspiels kommen unterschiedlich gut voran. Einige bleiben auf der Stelle stehen. In der anschließenden Gesprächsrunde diskutieren die Auszubildenden gemeinsam: Welche Gründe gibt es für Diskriminierung? Welche Form der Diskriminierung ist strukturell? Welche individuellen Merkmale machen einen Menschen zum Außenseiter?

Die Auszubildenden Saskia und Anja von uvex stehen nebeneinander in einem RaumSasika und Anja, Auszubildende bei uvex Quelle: © BAMF

Anja, Auszubildende bei uvex, ist zufrieden mit ihrem ersten Tag im Bundesamt und fasst zusammen: "Ich finde den Perspektivenwechsel ganz spannend. Wir haben ganz verschiedene Aufgaben und können durch den Austausch etwas ganz Neues kennen lernen."

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Wichtige Mitteilung

Podiumsdiskussion zu Arbeits- und Armutsmigration

Was bewegt Menschen zur Flucht und wie können sie in einer fremden Gesellschaft ankommen? Dieses Thema diskutiert aus wissenschaftlicher Sicht Dr. Axel Kreienbrink, Leiter des Forschungsfelds Internationale Migration und Migrationssteuerung des Bundesamtes am Sonntag, den 22. April 2018, mit Serap Asiran (Inter-Kultur-Büro Nürnberg), Dominic Otiang´a (Autor aus Kenia) und Volker Schmidt (Autor des Stücks "Textil-Trilogie") unter der Moderation von Dr. Isabelle Kürschner im Staatstheater Nürnberg.

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