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Mehr als ein Verein

Integration durch Sport bei der SG Bornheim in Frankfurt am Main

Datum 11.09.2018

Andrea Schumacher, neue Vizepräsidentin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), hat gemeinsam mit den Partnern vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und der Sportjugend Hessen das Familienzentrum des Fußballclubs SG Bornheim 1945 e.V. Grün Weiß besucht.

Der berühmte Fußballverein FC Barcelona schmückt sich mit dem Slogan "Més que un club" (katalanisch für: "Mehr als ein Verein"), weil sich die Mitglieder und Anhängerinnen und Anhänger als eine Familie verstehen. Gleiches kann man auch über die SG Bornheim Grün-Weiß aus Frankfurt sagen. "Wir sind ein Fußballverein, eine große Familiengemeinschaft mit über 750 Mitgliedern mit vielen Kindern aus 53 Nationen. Bei uns wird nicht nur Fußball gespielt, sondern auch getanzt und gegessen. Und wir holen die Menschen aus der Großstadt hier zusammen", erklärt Dr. Harald Seehausen, Vorstandssprecher der SG. Die große internationale Familie des Fußballvereins hat in den vergangenen Jahren ein Kinder- und Familienzentrum auf ihrem Trainingsgelände mitten im Stadtteil Bornheim aufgebaut und etabliert; das Zentrum engagiert sich zusätzlich mit einer Vielzahl an Projekten in der Flüchtlingshilfe und ist Stützpunktverein für Integration durch Sport des DOSB.

Eine Frau steht auf einem Fußballfeld.Najlae Benlahssen kam über das Hobby ihrer Kinder zum Verein. Heute engagiert sie sich ehrenamtlich als Betreuerin beim Pädagogischen Mittagstisch. Quelle: © BAMF

In dem Zentrum bietet der Verein beispielsweise einen pädagogischen Mittagstisch, bei dem Schulkinder eine warme Mahlzeit bekommen und Hilfe bei den Hausaufgaben erhalten. Eine Betreuerin der Kinder ist Najlae Benlahssen. Ihre beiden Kinder "kicken" im Verein, so kam auch sie zu ihrem Ehrenamt. Sie ist nicht die einzige, die über das Hobby der Kinder Anschluss an die deutsche Gesellschaft findet – sondern auch zwei weitere Frauen: die marokkanische Integrationslotsin Kadija Souieh und Semiha Küpelikilinc, mittlerweile Köchin im Familienzentrum. Küpelikilinc lebt seit 24 Jahren in Deutschland. Über ihr Engagement im Verein hat sie neue Kontakte gewinnen und auch ihr Deutsch verbessern können. Was sie kocht? Frankfurter Grüne Soße und türkische Linsensuppe beispielsweise. Ihr Sohn spielt inzwischen erfolgreich Fußball bei der U16 von Eintracht Frankfurt. Nicht nur Barcelona, auch Bornheim ist eine Kaderschmiede.

Das Halbportrait zeigt einen Mann.Erfolgsgeschichte: Danijel Pajic kam selbst als Geflüchteter nach Deutschland. Heute ist er Flüchtlingskoordinator und Jugendtrainer des Vereins. Quelle: © BAMF

Andrea Schumacher, seit Juli Vizepräsidentin des Bundesamtes und zuständig für den Bereich Integration, stattete dem Verein und seinem Trainingsgelände einen ihrer ersten Besuche ihrer Amtszeit ab: "Ich bin beeindruckt von der Arbeit, die hier geleistet wird. Ein wirklich vorbildlicher Verein mit großartigen ehrenamtlichen Helfern, die großes Engagement an den Tag legen. Die Menschen lernen hier gemeinsam durch den Sport auch die deutsche Sprache." Schumacher ging es bei dem Besuch vor allem um den direkten Kontakt mit den Menschen, die sich vor Ort für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen. Dass nicht immer alles reibungslos im Zusammenleben der "internationalen Familiengemeinschaft" läuft, darüber bestehen auch bei den Verantwortlichen im Verein keine Illusionen: "Die soziale Mischung von Zugewanderten und Einheimischen ist eine Herausforderung", so Harald Seehausen. "Man muss auch lernen, Spannungen auszuhalten." Der Fußballer sagt: "Wir bleiben am Ball." Eine der Erfolgsgeschichten schreibt Danijel Pajic, Flüchtlingskoordinator und lizenzierter Jugendtrainer der SG. Der Sport hat bei seiner Integration eine bedeutende Rolle gespielt: "Für mich war Fußball immer etwas, wo ich mich frei gefühlt habe und wo ich die Anerkennung von anderen bekommen habe."

Fünf Personen stehen vor einem Fußballfeld.Zu Besuch auf dem Trainingsgelände der SG Bornheim, v.l.n.r.: Heike Kübler (DOSB), Frank Eser (Programmleiter "Integration durch Sport" bei der Sportjugend Hessen), Gastgeber Dr. Harald Seehausen (SG Bornheim), BAMF-Vizepräsidentin Andrea Schumacher und Zakia Chlihi (BAMF). Quelle: © BAMF

Mit der Bundesamts-Vizepräsidentin waren auch Heike Kübler vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und Frank Eser, Programmleiter "Integration durch Sport" der Sportjugend Hessen, Gast bei der SG Bornheim Grün-Weiß. Der Dachverband DOSB ist ein langjähriger Partner des Bundesamtes bei der Förderung von Integration durch Sport. Das Bundesamt und der DOSB unterstützen Sportvereine in ganz Deutschland dabei, integrative Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund zu schaffen.

Eine offene Ellipse in Orange. Rechts daneben steht: Integration durch Sport. Darunter steht: DOSB.Quelle: DOSB

Bereits 1989 hat der DOSB das Programm "Integration durch Sport" auf Initiative der Bundesregierung ins Leben gerufen. Ziel ist es, Menschen mit Migrationshintergrund für eine aktive Beteiligung auf allen Ebenen des Vereinslebens zu gewinnen – als aktive Mitglieder ebenso wie als ehrenamtlich Engagierte. Die gemeinsame sportliche Betätigung soll gesellschaftliche Integration und gegenseitige Akzeptanz fördern. In den Vereinen soll das Bewusstsein für einen offenen Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen gepflegt werden.

Ein Video zum Besuch beim SG Bornheim finden Sie unter "Filmbeitrag zum Thema".

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