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Kurse geben erfolgreich Orientierung

Datum 05.11.2018

Dialog und regionaler Austausch zwischen Trägern, Bundesländern und dem BAMF standen im Fokus eines Vernetzungstreffens zu den Erstorientierungskursen (EOK) Ende Oktober in der Zentrale des Bundesamtes in Nürnberg.

Knapp 34.000 Menschen konnten sich innerhalb eines Jahres und in über 1.300 Erstorientierungskursen (EOK) wichtige Grundlagenkenntnisse für ihren Alltag in Deutschland aneignen. Das niederschwellige Angebot richtet sich an Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die keinen Zugang zum Integrationskurs haben und aus keinem sicheren Herkunftsland kommen. Die Zahlen zeigen, dass es einen großen Bedarf nach dem Angebot gibt und es von der Zielgruppe angenommen wird.

Den Erfolg bestätigen auch erste Ergebnisse eines Projektes der Organisation SYSPONS, in dem die Kurse derzeit wissenschaftlich begleitet werden.

"Ein flexibles Konzept, das Engagement der Träger und Lehrkräfte sowie die gute Zusammenarbeit mit den Ländern sind die Erfolgsgaranten dafür, dass so viele Menschen erreicht werden konnten", sagte BAMF-Vizepräsidentin Andrea Schumacher dazu in ihrer Begrüßung.

Sie versprach zu prüfen, welche Egebnisse des Vernetzungstreffen in die Weiterentwicklung der Kurse einfließen können und stellte ein langfristiges Engagement des Bundes in diesem Bereich in Aussicht.

Wirkung wird erreicht

Die Praxiserfahrung zeigt eine sehr heterogene Zusammensetzung der EOK zum Beispiel was die Schulerfahrung angeht. Rund die Hälfte der Teilnehmenden hat über zehn Jahre Schulbildung (51 Prozent), gut ein Viertel verfügt über wenig formale Bildung (26 Prozent). Eine große Herausforderung für die Lehrkräfte, die in ihren Kursen gleichzeitig mit sehr unterschiedlichen Teilnehmern umgehen müssen.

Dass die Kurse einen wichtigen Beitrag zur Erstorientierung leisten, ergab die Befragung von mehr als 2.000 Teilnehmenden. Über 70 Prozent sagten nach dem Kurs, sie würden jetzt die Angebote in ihrer Nähe kennen. Fast 90 Prozent könnten alleine einkaufen, zum Arzt oder zur Behörde gehen. Genauso viele gaben an, sie könnten bereits einfache Gespräche auf Deutsch führen und verstünden wichtige Hinweise in deutscher Sprache.

Auch das Modul "Werte und Zusammenleben" des EOK entfaltet laut der wissenschaftlichen Begleitung Wirkung. Etwa zwei Drittel der Befragten glaubt, nach dem Besuch des Moduls die wichtigsten Regeln für den Alltag zu kennen. Die Teilnehmenden schätzen daneben zum Teil Alltagssituationen anders ein, wenn sie das Modul besucht haben.

Weiterentwicklung der Kurse

Neben den positiven Erfahrungen mit den Kursen ging es beim Vernetzungstreffen aber auch um Verbesserungsmöglichkeiten, die in verschiedenen Arbeitsgruppen diskutiert wurden. Dabei standen Fragen zum Unterstützungsbedarf von Lehrkräften oder mögliche Spannungen zwischen Bevölkerung und Teilnehmenden im Fokus.

Frauen und Männer sitzen an TischenIn den Arbeitsgruppen konnten sich die Telnehmenden austauschen Quelle: © BAMF

Am Ende des Tages waren sich die Beteiligten einig: Die Kurse sind ein wirksames Instrument für Erstorientierung, Wertevermittlung und ersten Spracherwerb für den Alltag. "Wir werden an den Leitprinzipien des Konzeptes festhalten und gleichzeitig die Entwicklungspotenziale nutzen", fasste Martin Lauterbach, der zuständige Gruppenleiter für Grundsatzfragen der Integration und Integrationsmaßnahmen im BAMF, die Veranstaltung zusammen.

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