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Familiennachzug als Fachkräftepotential?

Datum 07.11.2018

Der aktuelle Forschungsbericht des BAMF zu "Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern im Familiennachzug" stellt die Ergebnisse einer Online-Befragung von Zugewanderten vor, die über den Familiennachzug nach Deutschland kamen. Dabei geht es vor allem um die Frage, welches Fachkräftepotential sie für den deutschen Arbeitsmarkt mitbringen.

Das BAMF-Forschungszentrum hat bereits im Jahr 2013 im Rahmen der Heiratsmigrationsstudie die Integration von im Familiennachzug zugewanderten Ehegattinnen und Ehegatten in Deutschland untersucht. Darauf aufbauend befasst sich die nun vorgelegte BAMF-Familiennachzugsstudie auf Basis einer Online-Befragung mit dem möglichen Fachkräftepotential in dieser Migrantengruppe (neben Ehegattinnen und Ehegatten auch Elternteile). Insbesondere wurden Erkenntnisse über Bildungsqualifikationen, Berufstätigkeit im Herkunftsland und in Deutschland sowie eventuelle Hindernisse beim Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt gewonnen.

Die Angaben von 3.102 Zugewanderten im Rahmen des Familiennachzugs, die 2016 online befragt wurden, bilden die Grundlage für den Forschungsbericht. Sie kamen aus zehn Herkunftsländern bzw. -regionen, die für diesen Bericht in sogenannte Herkunftsgruppen eingeteilt wurden: Türkei, GUS, Westbalkan, Maghreb und Nahost, Ost- und Südostasien, Südasien, Industriestaaten, Süd- und Mittelamerika, Subsahara-Afrika sowie Syrien. In multivariaten Analysen wurde außerdem untersucht, welche Faktoren die Erwerbsbeteiligung dieser Gruppe von Zugewanderten in Deutschland beeinflussen.

Die Befragung zeigt, dass die Gruppe der Zugewanderten sehr heterogen ist, die meisten jedoch schon vor der Einreise nach Deutschland Deutschkenntnisse erworben haben. Auch haben beinahe alle Zugewanderten, die an der Studie teilnahmen, im Herkunftsland eine Ausbildung absolviert, wobei nur rund einem Drittel die Zeugnisse in Deutschland anerkannt wurden. Alle wichtigen Ergebnisse der Studie sind im Forschungsbericht "Arbeitsmarktintegration von Zuwanderern im Familiennachzug" zusammengefasst. Sie geben wichtige Erkenntnisse, wie das Fachkräftepotential von Zugewanderten in Zukunft noch besser genutzt werden kann.

Hervorhebung_Gesetzgebung: Zahlen und Fakten zum Familiennachzug

Der Ehegatten- und Familiennachzug ist eine wichtige Form der Migration nach Deutschland, die im Zuge der starken Zuwanderung von Geflüchteten in den Jahren 2015/2016 noch einmal an Bedeutung gewonnen hat.

2016 und 2017 wurden nach den Daten des Ausländerzentralregisters jeweils über 100.000 Aufenthaltserlaubnisse aus familiären Gründen an Drittstaatsangehörige erteilt (105.551 bzw. 114.861). Im Jahr 2017 gingen die meisten dieser Aufenthaltserlaubnisse an Staatsangehörige aus Syrien, der Türkei, dem Irak, Indien und Kosovo.

Das Aufenthaltsgesetz sieht grundsätzlich nur die Kernfamilie als nachzugsberechtigt an, das heißt, es handelt sich im Wesentlichen um Ehegattinnen und Ehegatten sowie um Kinder von in Deutschland lebenden Personen. Diese beiden Gruppen machten im Jahr 2017 zusammen über 90 Prozent aller erteilten Aufenthaltserlaubnisse aus familiären Gründen aus. Die übrigen Fälle betrafen Eltern minderjähriger Kinder und sonstige Familienangehörige. Einen detaillierten Überblick bietet auch die Broschüre "Das Bundesamt in Zahlen 2017".

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Wichtige Mitteilung

Ausschreibung von Integrationskursen veröffentlicht

Im Rahmen eines Pilotprojektes werden in der Stadt Braunschweig und im Landkreis Rendsburg-Eckernförde Integrationskurse im Wege des Vergabeverfahrens eingekauft. Die Ausschreibung der Integrationskurse an beiden Standorten wurde am 16.11.2018 veröffentlicht.

Mehr über das Pilotprojekt erfahren Sie im Trägerrundschreiben 09/2018.

An der Ausschreibung können sich alle Kursträger, die über eine gültige Zulassung als Träger zur Durchführung von Integrationskursen sowie - sofern dies Gegenstand der ausgeschriebenen Leistung ist - die Zulassung als Träger für Alphabetisierungskurse verfügen, beteiligen. Die Angebotsfrist endet am 14.01.2019 um 11:30 Uhr.

Die Ausschreibung ist auf der Vergabeplattform des Bundes veröffentlicht.