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Willkommenskultur konkret: Expertengruppe entwickelt praxisnahe Vorschläge für ein attraktives Deutschland

Ausgabe 0013/2012
Datum 16.05.2012

Der Begriff der „Willkommens- und Anerkennungskultur“ ist in aller Munde: Deutschland macht sich auf, um für Menschen mit Migrationshintergrund attraktiver zu werden. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) hat dazu zwei Expertengruppen eingerichtet, die ganz praktische Tipps geben und konkrete Maßnahmen entwickeln. Präsident Dr. Manfred Schmidt: „Wir müssen endlich von der Theorie zur Praxis kommen. Das wird uns mit diesen Ideen gelingen.“

Die Experten schlagen vor, Kooperationen der am Einwanderungsprozess beteiligten Akteure zu verbessern und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Einreise und den Aufenthalt in Deutschland zu überprüfen. Außerdem werden Empfehlungen ausgesprochen, wie ein pragmatischer Umgang mit ethnisch-kultureller Vielfalt in der Gesellschaft fest verankert werden kann. Alle Empfehlungen werden vor ihrer Veröffentlichung einem „Praxis-Check“ unterzogen.

  1. Bereits im Heimatland sollen Zuwanderer mit individuellen und bedarfsgerechten Informationen zu Einreise, Aufenthalt und Leben in Deutschland versorgt werden. Dazu sollen Projekte zur „Vorintegration“ stärker standardisiert und mit dem Integrationskurs und dem Orientierungskurs in Deutschland verknüpft werden. Das Bundesamt wird hier gemeinsam mit Fachleuten ein tragfähiges Konzept vorlegen. Angedacht sind außerdem verschiedene Projekte zur Bündelung bestehender Informationsangebote.

  2. Bei der Einreise soll für Neuzuwanderer und ihre Familien möglichst ein „Willkommen aus einer Hand“ erreicht werden. Dazu plant das Bundesamt unter anderem ein großes Modellprojekt, das Ausländerbehörden auf ihrem Weg zu „Willkommensbehörden“ unterstützen soll. In diesem Zusammenhang entwickelt die Expertengruppe auch Vorschläge, wie kommunale Ausländer- und Meldebehörden, Migrationsberatung und soziale Dienste effektiv und kundenfreundlich zusammenarbeiten können.

    Auch Wirtschaftsunternehmen, Kammern und Verbände spielen bei der Verankerung einer „Willkommens- und Anerkennungskultur“ eine bedeutende Rolle: So könnten beispielsweise „Migrationsberater“ dabei helfen, Informationsdefizite bei der Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland herabzusetzen und den Einreise- und Integrationsprozess der neuen Mitarbeiter zusammen mit dem Unternehmen optimal zu begleiten. Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sollten von solchen Maßnahmen profitieren. Ein echtes „Willkommen“, so die Expertengruppe, muss in jedem Fall auch als „Willkommen“ für Fachkräfte mit Familien wahrgenommen werden. Daher sitzen die Fachleute derzeit an Konzepten für umfangreiche „Welcome Packages“.

  3. In der Phase der langfristigen Etablierung gilt es, verstärkt die aufnehmende Gesellschaft in den Blick zu nehmen. Ziel soll sein, einen selbstverständlichen und pragmatischen Umgang mit kultureller Vielfalt zu erreichen und eine Kultur der Anerkennung zu fördern. Hierfür muss auf einer individuellen Ebene angesetzt werden, um Personen direkt anzusprechen. Für die interkulturelle Öffnung der Aufnahmegesellschaft werden drei Wege verfolgt:

    • Informationen und Kampagnen zur Ansprache einer breiten Öffentlichkeit: Dabei werden Kampagnen als Türöffner zur politischen Bildung genutzt. So sollen Personen angesprochen werden, die bislang noch nicht mit Angeboten der politischen Bildung erreicht werden.
    • Weiterentwicklung der bestehenden Fort- und Weiterbildungsangebote im Bereich der politischen Bildung: Im Sinne eines Mainstreaming-Prozesses sollen die Themen Zuwanderung und Integration in anderen Weiterbildungsbereichen verankert werden, etwa in Fortbildungen für Vereinsfunktionäre, Übungsleiter oder Geschäftsführer. Das Bundesamt erprobt ein entsprechendes Modellvorhaben derzeit in Zusammenarbeit mit politischen Stiftungen und versachlicht damit die Integrationsdebatte. Wichtige Impulse könnten dabei auch von Vereinen junger Menschen mit Migrationshintergrund ausgehen.
    • Interkulturelle Öffnung von Trägerorganisationen der politischen Bildung: Im Sinne eines Serviceangebotes werden Handlungsempfehlungen für Träger und Trägerorganisationen erarbeitet. Diese sollen dabei unterstützen, sowohl die eigenen Organisationsstrukturen als auch das Bildungsangebot dahin gehend zu prüfen, ob sich die Vielfalt der Gesellschaft gemäß Bildungsauftrag darin widerspiegelt und welche Wege sich für eine Fortführung eines Öffnungsprozesses anbieten.
Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

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