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Radikalisierungsprävention und Deradikalisierung

Bündelung der umfassenden Angebote in Berlin

Ausgabe 009/2017
Datum 01.03.2017

Ab heute ist die Berliner Beratungsstelle "KOMPASS - Toleranz statt Extremismus" an die bundesweite Beratungsstelle Radikalisierung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angeschlossen. Damit wird das bestehende Angebot für die Deradikalisierungs- und Ausstiegsbegleitung im Bereich des extremistischen Salafismus weiter ausgebaut. Neben dem langjährigen Partner des Bundesamtes in diesem Themenfeld, HAYAT Deutschland, sind nun ab sofort auch die Angebote des Berliner Landesprogramms Radikalisierungsprävention über die telefonisch und per Internet erreichbare Anlaufstelle verfügbar.

Berlins Innensenator Andreas Geisel sagte dazu: "Die Präventions- und Deradikalisierungsarbeit ist ein ganz wesentlicher Bestandteil bei der Bekämpfung des islamistischen Extremismus. Dies ist für unsere Sicherheit von hoher Bedeutung. Insofern freue ich mich, dass wir in diesem Bereich eng mit dem BAMF zusammenarbeiten können."

Dr. Uta Dauke, Vizepräsidentin des Bundesamtes, ergänzt: "Bei der Beratung rund um das Thema Radikalisierung bringt eine Bündelung der Kräfte viele Vorteile – vor allem auch für die Betroffenen. Denn wir wissen aus unserer täglichen Arbeit, wie wichtig es gerade für emotional belastete Ratsuchende ist, frühzeitig kompetente Hilfsangebote zu erhalten."

Die Beratungsstelle Radikalisierung beim BAMF leistet wertvolle Arbeit als erste Anlaufstelle. Hilfesuchende wie Eltern, Angehörige, Freunde oder Aussteigewillige selbst sowie Lehrkräfte und Mitarbeiter aus dem Flüchtlingsbereich werden bei entsprechendem Bezug nach Berlin zur weiteren Beratung an die Fachleute von HAYAT-Deutschland und nun auch Violence Prevention Network e. V. (KOMPASS) weitergeleitet, die die konkrete Deradikalisierungs- und Ausstiegsarbeit leisten.
Mit dem Berliner Landesprogramm Radikalisierungsprävention wird seit dem 1. Januar 2016 ein breites Portfolio an verschiedenen Projekten in diesem Themenfeld angeboten: Workshops an Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, Aufklärungsveranstaltungen für Mädchen und junge Frauen, Präventionsaktivitäten im Bereich der sozialen Medien, Angebote für jugendliche Geflüchtete sowie die Aus- und Fortbildung von Multiplikatoren. Die Landeskommission Berlin gegen Gewalt hat am 15. Februar 2017 die Projektförderung für 2017 mit einem Finanzvolumen von 2 Mio. Euro beschlossen.

Quelle: Senatsverwaltung für Inneres und Sport

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