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BAMF Präsidentin Cordt besucht Ankunftszentrum Lebach

Ausgabe 023/2017
Datum 12.07.2017

Fünf Personen stehen hinter einer Person, die an einem Schreibtisch sitztQuelle: © BAMF

Die Präsidentin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Jutta Cordt, hat heute das Ankunftszentrum in Lebach besucht. Ebenfalls vor Ort, der saarländische Innenminister Klaus Bouillon und Heidrun Schulz, Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Vom Antrag zum Bescheid in nicht einmal einem Monat

Lebach ging im März 2016 als eines der bundesweit ersten Ankunftszentren in Betrieb. Heute arbeiten hier rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BAMF, sieben der BA und rund 15 des Landes. "Wir haben hier in Lebach etwas geschaffen, was über die Grenzen des Saarlandes hinaus für einige Beachtung gesorgt hat: Mit der Schaffung einer 'gemeinsamen Behörde', in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes Saarland und des BAMF zusammenarbeiten, ist es uns gelungen, Asylanträge sehr schnell zu bearbeiten – wir liegen hier an der Spitze der Länder", sagt Innenminister Klaus Bouillon. Auch Jutta Cordt, die Präsidentin des Bundesamtes lobt die Zusammenarbeit vor Ort: "Die wichtigen Akteure trennen hier vor Ort nur wenige Schritte voneinander. Eng vernetzt hat man hier Beeindruckendes geleistet: Im Saarland ist es in 2016 bundesweit am schnellsten gelungen, allen Schutzsuchenden Gewissheit zu geben, ob sie in Deutschland bleiben können oder nicht. Auch jetzt warten die neuankommenden Menschen nicht lange auf die Entscheidung des BAMF. Daher haben Land, Bundesagentur für Arbeit und das BAMF auch bereits frühzeitig begonnen, gemeinsam die Integration der Asylberechtigten in Angriff zu nehmen. Das heißt z.B., zügige Feststellung des Sprachniveaus, um ganz zeitnah den Besuch des passenden Integrationskurses realisieren zu können."

Freiwillige Rückkehr im Blick

Die Herausforderungen im Bereich Asyl sind im Saarland weitestgehend bewältigt. Nun gilt es Schutzberechtigten zeitnah alle Möglichkeiten zu geben, sich in Gesellschaft und Arbeitsmarkt zu integrieren, bzw. Ausreisepflichtige bei ihrer Rückkehr in das Heimatland zu unterstützen. Innenminister und Bundesamtspräsidentin sind sich einig: "Auch bei der freiwilligen Rückreise arbeiten wir sehr erfolgreich. Wir haben im November 2016 ein spezielles Beratungsangebot in Zusammenarbeit mit dem BAMF für Asylbewerberinnen und -bewerber mit geringer Bleibeperspektive ins Leben gerufen, dessen mehrstufiges Rückkehrmanagement die freiwillige Ausreise vereinfacht. Die Zahlen untermauern den Erfolg des Projektes: Im 1. Halbjahr 2017 wurden insgesamt 228 Personen in Lebach beraten. Davon sind 111 Personen bereits ausgereist, 8 weitere Personen haben ihre Ausreise für Juli terminiert," so Bouillon.

Integration professionell unterstützt

Neben der zügigen und gründlichen Bearbeitung von Asylverfahren steht im Ankunftszentrum Lebach zunehmend die schnelle und gute Integration geflüchteter Menschen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. "Eine frühzeitige Arbeitsmarktintegration ist ein wesentlicher Baustein zur gesellschaftlichen Teilhabe. Daher war es für uns sehr wichtig, früh am Ort des Geschehens zu sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können gezielt auf die asylsuchenden Menschen zugehen und konkrete Hilfestellungen anbieten. Ein großer Pluspunkt hierbei ist die hohe Sprachkompetenz unserer Mitarbeiter. Sie sprechen acht unterschiedliche Sprachen. Vier unserer Kolleginnen und Kollegen in Lebach sind selbst als Flüchtling nach Deutschland eingereist", berichtet Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Eine zentrale Voraussetzung dafür ist die frühest mögliche Erhebung von beruflichen Kenntnissen und Fertigkeiten, die im Zusammenspiel zwischen BAMF und Agentur für Arbeit Saarland bereits im Ankunftszentrum beginnt.

Bereits im März 2015 bezog die Agentur für Arbeit Saarland Büroräume in der Landesaufnahmestelle in Lebach, um die zugewanderten Menschen vor Ort zu beraten. Als erste Orientierungshilfe werden den geflüchteten Frauen und Männern Gruppeninformationen angeboten. Danach erhalten die Asylsuchenden ein sogenanntes Mini-Arbeitspaket in arabischer, englischer, französischer, farsischer oder tigrinischer Sprache. Dieses gibt den Vermittlungsfachkräften sowohl Auskünfte zur beruflichen Vita des Asylsuchenden als auch zu den vorhandenen beruflichen Qualifikationen. Dadurch kann eine erste Einschätzung der Vermittlungsmöglichkeiten und der notwendigen weiteren Schritte vorgenommen werden. In den individuellen Beratungsgesprächen erhalten die Menschen Informationen zum Arbeiten im Saarland. Ein besonderer Schwerpunkt der beratenden Tätigkeit ist die frühzeitige Einleitung des Anerkennungsverfahrens ausländischer Abschlüsse.

Abschließend fasst Frau Cordt zusammen: "Das Ankunftszentrum in Lebach ist für mich ein sehr schönes Beispiel, wie durch eine gut abgestimmte und enge Kooperation mit allen beteiligten Akteuren vor Ort die umfänglichen Herausforderungen des Flüchtlingsmanagements konsequent bewältigt werden können. Das Engagement und der unermüdliche Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben mich beeindruckt. Ihnen allen gilt mein besonderer Dank."

Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

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