BAMF - Bundesamt für Migration und Flüchtlinge - Das BAMF - Manuel Siegert bei #BAMFzeigtGesicht

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Manuel Siegert bei #BAMFzeigtGesicht

Manuel Siegert ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbereich des Bundesamtes.

Datum 27.10.2017

In welcher Abteilung arbeiten Sie im Bundesamt?
"Ich arbeite im 2005 gegründeten Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des Bundesamtes, im Forschungsfeld II: 'Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt'."

Wofür ist das Forschungsfeld II zuständig?
"Im Forschungsfeld II 'Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt' werden im Schwerpunkt sogenannte quantitative sozialwissenschaftliche Forschungsprojekte durchgeführt. D.h. ausgewählte Bevölkerungsgruppen werden bspw. mittels Fragebogen oder telefonisch zu bestimmten Themen befragt und die so entstandenen Daten dann statistisch ausgewertet. Dies erlaubt einen Einblick in die Lebenssituation der Betroffenen und verleiht ihnen gleichzeitig eine Stimme, um über ihre Situation zu informieren. Die Untersuchungsergebnisse werden schließlich im Rahmen von Forschungsberichten, Working Paper oder BAMF-Kurzanalysen veröffentlicht und so der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.
Aktuell arbeite ich im Projekt 'IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten'. Bei dieser Studie handelt es sich um eine bisher einmalige Kooperation zwischen dem Forschungszentrum des Bundesamtes und dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) sowie der forschungsbasierten Infrastruktureinrichtung Soziooekonomisches Panel (SOEP) am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung Berlin (DIW). Im Rahmen des Projekts werden seit 2016 jährlich Personen befragt, die in Deutschland Schutz vor politischer Verfolgung und gewaltsamen Konflikten gesucht haben. Dadurch werden belastbare Informationen zur Lebenssituation der Schutzsuchenden in Deutschland gewonnen und Politik, Verwaltung und interessierter Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Ergebnisse aus dem Projekt wurden veröffentlicht. Sie stehen u.a. auf den Internetseiten des BAMF zum Herunterladen zur Verfügung."

Und was beinhaltet Ihre Tätigkeit?
"Im August 2015 habe ich beim Bundesamt angefangen und bin gleich in die 'IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten' eingestiegen. Zu meinen konkreten Aufgaben gehören dabei u.a. die Mitarbeit bei der Erstellung des Fragebogens, der Ziehung der Stichprobe von Personen, die befragt werden sollen, sowie die Analyse und Nachbereitung der Befragungsdaten und das darauf aufbauende Erstellen von Publikationen."

Ein Mann schaut mit verschränkten Armen in die Kamera.Angefangen hat Manuel Siegert mit der 'IAB-BAMF-SOEP-Befragung von Geflüchteten'. Die Befragung im Jahr 2016 erlaubt Aussagen über die Gesamtheit der im Zeitraum vom 1. Januar 2013 bis 31. Januar 2016 nach Deutschland geflüchteten Personen, die einen Asylantrag beim Bundesamt gestellt haben. 2017 und 2018 werden die gleichen Personen noch einmal befragt, um Verläufe der Integration nachzeichnen zu können. Quelle: OK Media

Welchen Beitrag leistet das Forschungszentrum?
"Das Forschungszentrum Migration, Integration und Asyl des BAMF hat den gesetzlichen Auftrag, zu allen Themen des Bundesamtes (Migration, Integration, Flüchtlingsschutz, Rückkehrförderung, Islam usw.) Forschung zu betreiben. Seit geraumer Zeit nehmen die Themen, mit denen sich das Bundesamt auseinandersetzt, auch einen breiten Raum in Forschung, Politik und Gesellschaft ein. Das Forschungszentrum will vor diesem Hintergrund fundierte Daten und Informationen zu diesen Themen zur Verfügung stellen und so einen Beitrag zur Versachlichung der Diskussion, auch bei schwierigen gesellschaftspolitischen Themenbereichen, leisten. Neben der Untersuchung weltweiter Migrationsströme liegt der Schwerpunkt dabei momentan auf der Lebenssituation insbesondere von Flüchtlingen. Mit seinen wissenschaftlichen Erkenntnissen kann das Forschungszentrum die Entscheidungsträger auch künftig dabei unterstützen, Defizite zu erkennen und bestehende Angebote effektiver zu gestalten oder auch neue Instrumente zu entwickeln und zu etablieren."

Warum haben Sie beim (BAMF-)Forschungszentrum angefangen? Was hat Sie dazu bewogen?
"Im Bereich der Migrations- und Integrationsforschung bildet das Forschungszentrum des Bundesamtes eine Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Verwaltung und Politik. Diese Schnittstellen-Position ist extrem interessant, da sie Einblicke in verschiedene gesellschaftliche Funktionsbereiche erlaubt und man dadurch nicht Gefahr läuft, betriebsblind zu werden, d.h. die Wirklichkeit nur noch aus einer Perspektive zu betrachten. So sagt man Wissenschaftlern ja gerne nach, dass sie sich in ihren Elfenbeinturm zurückziehen und so irgendwann den Bezug zu dem verlieren, was außerhalb der Wissenschaft passiert. Dies kann im Forschungszentrum des Bundesamtes nicht passieren, da zum einen viele Forschungsfragen von außen, d.h. aus Politik, Verwaltung und interessierter Öffentlichkeit, an uns herangetragen werden, und wir zum anderen gefordert sind, unsere Forschungsergebnisse gut nachvollziehbar einer möglichst breiten Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus ist das Forschungszentrum natürlich auch in die allgemeinen Abläufe im Bundesamt integriert, wodurch ein ständiger Austausch und die Berücksichtigung anderer Perspektiven gefördert werden.
Diese Möglichkeiten, über den rein wissenschaftlichen Tellerrand hinauszuschauen, finde ich extrem spannend, weshalb ich im Forschungszentrum des Bundesamtes angefangen habe."

Wenn Sie auf Ihre Zeit beim Bundesamt zurückblicken, ist Ihnen eine bestimmte Situation oder ein Ereignis in Erinnerung geblieben?
"Da ich erst seit August 2015 im BAMF arbeite, ist mein Erfahrungsschatz natürlich noch nicht sehr groß. Jedoch bin ich mir sicher, dass die momentane Situation und die im vergangenen Jahr stattgefundenen und noch stattfindenden Entwicklungen im Bundesamt, die durch den umfangreichen Zuzug geflüchteter Menschen ausgelöst wurden, noch sehr lange die Liste der außergewöhnlichen Geschehnisse anführen werden. Dabei ist es ausgesprochen spannend, diese Veränderungen aus nächster Nähe miterleben zu können."

Wie reagiert Ihr Freundes- und Bekanntenkreis, wenn Sie sagen, dass Sie beim BAMF arbeiten?
"Interesse. Die Themen Migration und Integration sind ja immer wieder auch Gegenstand des öffentlichen Interesses und entsprechend werden diese Themenfelder teilweise auch im persönlichen Umfeld diskutiert, insbesondere vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen. Dann ist es natürlich interessant, wenn man jemanden in seiner Mitte hat, der in einer Institution arbeitet, die bei diesen Themen eine wichtige Rolle spielt."

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