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Klaus Schneider bei #BAMFzeigtGesicht

Datum 10.10.2018

Klaus Schneider arbeitet für das Bundesamt in Norddeutschland. Seit 2017 ist er Entscheider im Asylverfahren und führt unter anderem die Anhörung durch und entscheidet über den Schutzstatus. In unserer aktuellen Folge von #BAMFzeigtGesicht erklärt er, worin die Herausforderung bei seiner Arbeit liegt und was sie ihm bedeutet.

Ein Mann sitzt an einem SchreibtischQuelle: BAMF | Hajebi

Herr Schneider, was macht das Asylverfahren so komplex und schwierig?

"Als Entscheider prüfe ich, ob die mir vorgetragenen Schicksale glaubhaft sind. Das ist meine Aufgabe, dafür bin ich ausgebildet und entsprechend geschult. Denn: Es gibt im Asylverfahren keinen dokumentierten Sachverhalt, den ich einfach subsumieren kann.

Eine der großen Herausforderungen liegt darin, dass sich der entscheidende Sachverhalt, also die Verfolgungs- oder Bedrohungsgeschichte, nicht in Deutschland abgespielt hat. Was im Herkunftsland des Schutzsuchenden passiert ist oder auch nicht, kann in der Regel nur im Rahmen der persönlichen Anhörung des Antragstellers ermittelt werden. Beweise können - dies liegt in der Natur der Sache - nicht immer vorgelegt werden. Ich muss als Entscheider zu einem Ergebnis kommen: ob der oder die Schutzsuchende glaubwürdig ist oder nicht. Ich muss mich immer wieder neu und individuell auf die Gesprächspartner einstellen. Hiervon hängt schlussendlich die richtige Sachentscheidung ab. Bevor ich in ein Gespräch gehe, weiß ich nicht, was auf mich zukommt. Es gibt keine Pauschalierungen und keine Blaupausen. Daher ist auch der zeitliche Aufwand schwer einschätzbar. Ein Asylantrag ist keine Steuererklärung. Es geht darum, ob jemand Schutz benötigt oder nicht. Das ist eine hohe Verantwortung - das ist mir und meinen Kolleginnen und Kollegen aber voll bewusst."

Wie gehen Sie persönlich mit den Anforderungen um?

Ein Mann sitzt an einem SchreibtischQuelle: BAMF | Hajebi

"Einige Verfolgungsschicksale greifen auch bei mir Raum. Was Folter, Genitalverstümmelung, Hunger und Kriegsgräuel wirklich bedeuten, ist für jemand in behüteten Verhältnissen schwer vorstellbar. Dennoch muss ich mich in meiner täglichen Arbeit herantasten und versuchen, mich in die Situation des Antragstellers hineinzuversetzen. Gerade das Unglaubliche kann Realität und Grund für die Flucht sein. Außerdem muss ich damit leben, dass mir Personen eventuell nicht die Wahrheit sagen und dennoch unbefangen jeden neuen Fall angehen. Über all das mit Kolleginnen und Kolleginnen zu reden, hilft mir bei der Verarbeitung dieser vielfältigen Eindrücke. Spaziergänge oder ein Dauerlauf helfen dabei, den Kopf frei zu kriegen. Jeden Tag mit Menschen zu arbeiten und mich mit unterschiedlichen Kulturen zu befassen gibt mir sehr viel und ist hochinteressant. Abgesehen davon ist meine Arbeit absolut sinnvoll, weil das Asylverfahren dazu da ist, das Recht auf Schutz zu gewährleisten. Gleichzeitig sorgen sichere und faire Verfahren für Akzeptanz dieses Rechts in der Gesellschaft. Das motiviert mich."

Wenn Sie an Ihre tägliche Arbeit denken: Was muss ein Entscheider Ihrer Ansicht nach mitbringen?

"Er muss zugänglich sein für die Lebensgeschichte anderer. Einfühlungsvermögen einhergehend mit klarer Draufsicht um eine sachgerechte Entscheidung zu finden. Interesse an Kultur und Lebensweise in den Heimatländern der Antragsteller. Menschenkenntnis. Geduld. Er muss gut zuhören können und darf keine Schubladen bedienen. Jeder Fall ist anders. Gesunder Menschenverstand und der Blick für das Wesentliche sind von großem Vorteil."

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Wichtige Mitteilung

Erklärfilm: Blockchain@BAMF

Mit Blockchain arbeitet das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) im Asylprozess mit einer Technologie, die behördenübergreifende Abläufe datensicher, transparent und effektiv strukturieren kann.

Was genau bedeutet die Blockchain-Technologie? Welche Einsatzmöglichkeiten gibt es für das Bundesamt? Diese und weitere Fragen werden in dem Erklärfilm erläutert. Zu dem Film gelangen Sie über den folgenden Link:

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