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#BAMFzeigtGesicht mit Andrea Schumacher

Datum 05.12.2018

Der internationale Tag des Ehrenamtes ist Zeichen der Wertschätzung für das Engagement der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die sich für unsere Gesellschaft einsetzen. Er wurde im Jahr 1985 von den Vereinten Nationen offiziell verabschiedet und wird jedes Jahr am 5. Dezember begangen. Auch das Bundesamt trägt auf unterschiedliche Weise dazu bei, das ehrenamtliche Engagement für Integration und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu unterstützen. Welche Bedeutung ehrenamtliches Engagement unter anderem für eine erfolgreiche Integrationsarbeit hat, erläutert Andrea Schumacher, Vizepräsidentin des Bundesamtes.

Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch und schaut in die Kamera.Vizepräsidentin Andrea Schumacher Quelle: © BAMF | Francisco Lopez

Frau Schumacher, Sie sind seit fast einem halben Jahr Vizepräsidentin im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Was sind Ihre Aufgaben und wie haben Sie die ersten Monate im Bundesamt erlebt?

"Ich bin zuständig für die Abteilungen des Bundesamtes, die sich mit den Grundlagen des Asylverfahrens, Qualitätssicherung, Sicherheit, internationalen Aufgaben sowie der Integration und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und mit Forschung zu Migrations- und Integrationsthemen beschäftigen. Meine Bilanz der ersten Monate fällt sehr positiv aus. Ich habe gehörigen Respekt vor den Aufgaben, die tagtäglich auf mich warten. Zu Gute kommen mir dabei Erfahrungen, die ich in meinen früheren beruflichen Stationen sammeln konnte. Den Einstieg beim Bundesamt haben viele großartige Mitarbeitende unterstützt, deren Aufgabengebiete ich bereits kennenlernen durfte. An dieser Stelle Hochachtung für die Leistung der Kolleginnen und Kollegen, gerade in den letzten Jahren! Auch wenn das Amt nun etwas zur Ruhe kommt, sind wir nicht untätig. Wir konzentrieren uns auf unsere Kernaufgaben, führen Bewährtes fort und gehen neue Herausforderungen konzentriert an."

Wo gibt es beim Bundesamt und bei Ihren Aufgaben Berührungspunkte mit dem Thema des ehrenamtlichen Engagements?

"Im Bundesamt gibt es zahlreiche Mitarbeitende, die sich in ihrer Freizeit in den verschiedensten Bereichen privat ehrenamtlich engagieren. Sie haben beispielsweise zu Zeiten der hohen Zugangszahlen von Asylsuchenden in der Unterkunft für Geflüchtete geholfen, die damals direkt gegenüber der Zentrale des Bundesamtes in Nürnberg eingerichtet war oder übernehmen die Vormundschaft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Das ehrenamtliche Engagement sowohl von Einheimischen als auch den Zugewanderten selbst nimmt seit vielen Jahren eine große Rolle in der Integrationsarbeit ein. Ein Großteil der vom Bundesamt geförderten Projekte ist ohne Ehrenamtliche nicht denkbar. Ich bin oft unterwegs und besuche Projekte vor Ort in den Kommunen, bei den Trägern oder Vereinen. Dabei treffe ich immer wieder Menschen, die sich beispiellos für den gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen und sich als Stützen einer weltoffenen Gesellschaft verstehen. Es ist toll mit eigenen Augen zu sehen, was durch ehrenamtliches Engagement alles bewegt und erreicht werden kann."

Projekte von Zugewanderten für Zugewanderte? Können Sie das näher erläutern?

"Das Bundesamt hat bereits vor über zehn Jahren Modellprojekte zur Stärkung des ehrenamtlichen Engagements gefördert. Ziel war, neue Erkenntnisse im Hinblick auf die ehrenamtliche Einbindung von Migrantinnen und Migranten in die Integrationsarbeit zu erhalten. Es hat sich gezeigt, dass, neben dem Gewinn für jeden Einzelnen, ehrenamtliches Engagement in der Integrationsarbeit auch zu einer Stärkung des inneren Zusammenhalts der Gesellschaft beiträgt. Dieses Miteinander ist ein wichtiger Beitrag für den Integrationsprozess in unserem Land. Wer könnte dies besser vermitteln als Zugewanderte, die sich einmal in der gleichen Situation befunden haben. Deshalb fördert das Bundesamt nach wie vor Projekte, die die Stärkung des ehrenamtlichen Engagements sowohl auf der Seite der Einheimischen als auch der Zugewanderten zum Ziel haben.

Ein Beispiel: Das Projekt 'Gemeinsam aktiv' des Zentralverbandes der Assyrischen Vereinigungen in Deutschland und Europäische Sektionen e.V. in Wiesbaden, das noch bis Mitte 2020 läuft, will ältere Migrantinnen und Migranten stärker in die ehrenamtliche Arbeit miteinbeziehen und als Synergieeffekt zusätzliche Helfende für die Integrations- und Flüchtlingsarbeit gewinnen."

Welche Bedeutung hat ehrenamtliches Engagement für eine erfolgreiche Integration?

"Die Kraft, die aus und in den Projekten entstehen kann, in das tägliche Zusammenleben in Nachbarschaft, Schule, Firma und Sportvereine zu übertragen, dafür sind letztlich nicht nur Ehrenamtliche, sondern allgemein engagierte Bürgerinnen und Bürger unerlässlich und unersetzlich. Diesen wichtigen Beitrag können nur Menschen aus der Mitte der Bevölkerung leisten, indem sie als Türöffner und Mentoren für neu Zugewanderte fungieren und diese in den gesellschaftlichen Alltag integrieren. Zudem ist es wichtig, ehrenamtliches Engagement nicht nur aus der Perspektive der Einheimischen zu betrachten, die sich in der Integrationsarbeit oder in Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen engagieren. Es wird oft unterschätzt, wie viele Zugewanderte sich auch umgekehrt engagieren. Ihr Engagement basiert nicht nur auf Eigeninitiative, Mitgestaltung und Beteiligung, sondern ermöglicht auch die Aneignung neuer Kompetenzen und Fertigkeiten. Wer sich engagiert, übernimmt Verantwortung, steigert seine soziale und fachliche Kompetenz und seine Bildungs- und Beschäftigungsfähigkeit und bringt sich auf vielfältige Weise in die Gesellschaft ein."

Gab es bei Ihren bisherigen Projektbesuchen einen, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

"Ich habe vor einigen Monaten die SG Bornheim 1945 e.V. Grün Weiß in Frankfurt am Main besucht. Das war auch mein erster Projektbesuch als Vizepräsidentin des BAMF. Ich erinnere mich, dass ich sehr beeindruckt von der Arbeit war, die hier geleistet wird. Ein wirklich vorbildlicher Verein mit großartigen ehrenamtlichen Helfern, die großes Engagement an den Tag legen. Die Menschen lernen hier gemeinsam durch den Sport auch die deutsche Sprache – für mich der wichtigste Baustein auf dem Weg zur gelungenen Integration."

Zwei Männer und eine Frau stehen auf einem Fußballfeld und unterhalten sich. BAMF-Vizepräsidentin Andrea Schumacher im Gespräch mit SG-Bornheim-Vorstandssprecher Dr. Harald Seehausen und Jugendlichen auf dem Trainingsgelände in Frankfurt. Quelle: © BAMF

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