Organisationsstruktur des Bundesamtes
Die Organisationsstruktur des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge war nicht statisch, sondern in besonderem Maße dem Zwang unterworfen, sich den wechselnden Verhältnissen in den Aufgabenbereichen des Amtes anzupassen. Mit seinen vielen Außenstellen und seinem hohen Grad an Spezialisierung trug das Bundesamt zunächst dem starken Anwachsen des Asylbewerberstroms Anfang der neunziger Jahre Rechnung. Die Asylverfahren sollten nicht mehr zentral in Zirndorf und Nürnberg, sondern dort durchgeführt werden, wo die Asylbewerber nach ihrer Einreise in Deutschland ihre erste Unterkunft fanden.
Der starke Anstieg der Asylbewerberzugänge und der Aufgabenzuwachs des Bundesamtes machten eine umfangreiche Personalgewinnung erforderlich. Von rund 1.100 Mitarbeitern im Jahr 1992 wuchs der Personalbestand des Bundesamtes bis zum Jahr 1994 auf einen Höchststand von rund 4.150 Mitarbeitern. Dem erheblichen Absinken der Zugangszahlen nach dem Inkrafttreten der Grundgesetzänderung am 1. Juli 1993 mussten sich Organisation, Arbeitsweise und Personalbestand des Bundesamtes erneut anpassen. Die rückläufigen Zugangszahlen spiegelten sich in einer Personalreduzierung wider, die es erforderte, für viele Mitarbeiter Beschäftigungsalternativen zu erschließen. Seinen Niederschlag fand dies ebenso in der Schließung von 24 der ehemals 48 Außenstellen.
Nach dem parteiübergreifenden Beschluss des Deutschen Bundestages vom 1. Juli 2004 ist das Zuwanderungsgesetz nach seiner Ausfertigung am 5. August 2004 verkündet worden und trat am 1. Januar 2005 vollends in Kraft. Bereits mit der Verkündung wurde aus dem bisherigen Bundesamt für die Anerkennung ausländischer Flüchtlinge das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, dem durch das vorgezogene Inkrafttreten von Einzelvorschriften bereits neue Aufgaben insbesondere aus dem Bereich der Integration übertragen worden waren.
Der sich durch das Zuwanderungsgesetz ergebende Aufgabenzuwachs machte eine neuerliche Anpassung der Aufbauorganisation des Bundesamtes erforderlich. Die Strukturierung in fünf Abteilungen und die weitere Untergliederung in einzelne Gruppen und Referate wird aus dem aktuellen Organigramm ersichtlich. Zur Zeit gliedert sich das Bundesamt in eine Zentrale mit Sitz in Nürnberg und 22 Außenstellen. Darüber hinaus sind 4 Fachreferate in Köln, Würzburg, Dortmund und Berlin ausgelagert.
Mit Stand 09. Januar 2008 beschäftigt das Bundesamt 2.152 Mitarbeiter.
