Ergebnisse zu Fortschritten in der Integration veröffentlicht
Studie gibt Auskunft über Lebensverhältnisse der fünf größten Ausländergruppen
Die in Deutschland lebenden türkischen, griechischen, italienischen und polnischen Personen sowie von Personen aus den Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawien stellen rund 57% aller ausländischen Personen in Deutschland. Die nun vorliegende Studie bietet zentrale Ergebnisse über diese Gruppen.
So verweilen 61% aller Befragten schon 20 Jahre und länger in Deutschland, nur polnische Befragte leben mit im Durchschnitt 13,1 Jahren Aufenthaltsdauer relativ kurz in Deutschland. Sie sind jünger und am besten schulisch gebildet (39% mit Fachhochschulreife/ Abitur).
Mehrheit der Befragten mit ausreichenden Deutschkenntnissen
Eine Einschätzung der Interviewer nach Ende der Befragung ergab zudem, dass alters-, nationalitäten- und geschlechtsübergreifend Jüngere in der Regel deutlich bessere Deutschkenntnisse als ältere Befragte haben. Über die besten Deutschkenntnisse verfügten 15- 34-jährige Italienerinnen, 82% von ihnen wurden als "sehr gut deutsch sprechend" eingestuft. Die Mehrheit der Befragten verfügt über ausreichende Sprachkenntnisse, um sich im Leben in Deutschland zurechtzufinden.
Gerade ältere und schon länger in Deutschland lebende Ausländerinnen und Ausländer sollten im Rahmen der nachholenden Integration weiter verstärkt angesprochen und zur Teilnahme an einem Integrationskurs motiviert werden. Mit besseren deutschen Sprachkenntnissen gehen der Studie zufolge eine Reihe von Wechselwirkungen einher, wie etwa eine geringere Tendenz zur ethnischen Segregation, ein höheres Äquivalenzeinkommen, eine stärkere Partizipation in deutschen Vereinen, mehr Kontakte zu Deutschen und eine stärkere Verbundenheit mit Deutschland.
Aussagen zum Haushaltseinkommen und zur Wohnsituation
Ein größerer Anteil der türkischen Befragten lebt in Haushalten mit finanziell prekärer Situation. Als vergleichsweise gut kann die diesbezügliche Position der Griechen bezeichnet werden.
Die Befragten gaben auch Auskunft über ihre Wohnsituation: während drei Viertel aller Befragten zur Miete wohnen, verfügen insbesondere italienische Befragte überdurchschnittlich häufig über ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung (33%).
Häufige Mitgliedschaft in deutschen Vereinen und Kontakte zu Deutschen
Sind ausländische Personen in Vereinen, Verbänden oder Organisationen Mitglied, dann sind dies eher deutsche (23%) als auf das Herkunftsland bezogene (10%). Am häufigsten ist eine Beteiligung in einem deutschen Sportverein, gefolgt von einer Mitgliedschaft in einer deutschen Gewerkschaft.
60% der Befragten berichten über mehrmals wöchentliche bis tägliche Kontakte zu Deutschen in ihrem Freundeskreis. In etwa gleichem Maße nennen die Befragten auch häufige Kontakte zu Personen aus ihrem Herkunftsland (62%).
Ca. 4500 Befragte zu verschiedenen Themengebieten befragt
Mit ca. 4.500 Befragten deckt die vom Bundesamt durchgeführte Repräsentativuntersuchung viele integrationsrelevante Felder ab, wie etwa Sprachkenntnisse, Schulbildung, berufliche Situation, Wohn-, Haushalts- und familiäre Situation. Weitere Befragungsthemen waren soziale Kontakte sowohl innerhalb der eigenen Community als auch zu Deutschen sowie die Bindung an Deutsch-land und an das Herkunftsland.
Mittels der Dokumentation der Studienergebnisse wird versucht, im migrationspolitischen Diskurs erkennbare Pauschalisierungen durch Bereitstellung empirischer Ergebnisse zu versachlichen.
