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Wie viele Muslime leben in Deutschland?

Datum 14.12.2016
Bestellnummer: FFWP71
Typ Working Paper

In der Studie (WP 71) wird eine Hochrechnung zur Zahl der Muslime präsentiert. Ergebnis ist, dass in Deutschland am 31. Dezember 2015 zwischen 4,4 und 4,7 Millionen muslimische Männer und Frauen lebten. Demnach sind von insgesamt 82,2 Millionen Einwohnern zwischen 5,4 und 5,7 Prozent muslimische Glaubensangehörige. Die Hochrechnung wurde im Auftrag der Deutschen Islam Konferenz vom Forschungszentrum des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge erstellt.

Gut jeder vierte Muslim ist erst kürzlich nach Deutschland eingewandert

Die Hochrechung zeigt, dass seit der Zensuserhebung im Mai 2011 bis Ende des Jahres 2015 rund 1,2 Millionen muslimische Männer und Frauen nach Deutschland gekommen sind. Gut jeder Vierte Muslim lebt somit erst vergleichsweise kurz in Deutschland. Dies ist im Zusammenhang mit der Zuwanderung Geflüchteter in den Jahren 2014 und 2015, darunter viele aus muslimisch geprägten Herkunftsländern, zu sehen. Der Anteil der neu Zugewanderten an allen Muslimen beträgt 27,3 Prozent.

Das muslimische Leben in Deutschland ist vielfältiger geworden

Gleichzeitig verdeutlichen die Ergebnisse, dass das muslimische Leben in Deutschland aufgrund der Zuwanderung in den letzten Jahren vielfältiger geworden ist. Muslimische Neuzugewanderte sind vor allem aus bislang in Deutschland wenig vertretenen Herkunftsregionen gekommen, so etwa dem Nahen Osten und Süd-/Südostasien. Die Anzahl der Muslime mit türkischen Wurzeln, die seit vielen Jahren die größte Herkunftsgruppe unter den muslimischen Glaubensangehörigen bilden, ist in absoluten Zahlen hingegen weitgehend stabil geblieben. Der Anteil der Muslime mit türkischen Wurzeln ist hierdurch von 68 Prozent im Jahr 2008 auf 51 Prozent im Dezember 2015 gesunken. Muslime aus dem Nahen Osten haben sich mit einem Anteil von 17 Prozent zur zweitgrößten Herkunftsgruppe entwickelt.

Hochrechnung: Vergleich mit 2008 nicht möglich

Die Hochrechnung wurde in zwei Schritten durchgeführt. Zunächst wurde die Zahl der Muslime mit einem Migrationshintergrund aus relevanten muslimisch geprägten Herkunftsländern zum Stichtag 09. Mai 2011 berechnet. Datenquellen bilden der Zensus sowie die 2008 erhobenen Daten der Studie "Muslimisches Leben in Deutschland (MLD)". Anschließend wurde die Zahl der zwischen Mai 2011 und Ende 2015 neu zugewanderten ausländischen Muslime auf Basis der Daten des Ausländerzentralregisters (AZR) sowie der Asylgeschäftsstatistik (Asyl-GEST) ermittelt. Die Gesamtzahl ergibt sich aus der Summe beider Berechnungen.

Nach einer früheren Hochrechnung des BAMF-Forschungszentrums umfasste die muslimische Bevölkerungsgruppe am 30. Juni 2008 zwischen 3,8 und 4,5 Millionen Personen. Die rechnerische Differenz beider Hochrechnungen beträgt damit rund 500.000 Personen. Aufgrund der starken Zuwanderung von Geflüchteten aus muslimisch geprägten Herkunftsländern war intuitiv ein stärkerer Zuwachs zu erwarten. Ursache für die moderate Abweichung ist, dass die Gesamtbevölkerung in Deutschland vor der Zensuserhebung von 2011 überschätzt wurde. Insbesondere die Zahl der ausländischen Staatsangehörigen wurde im Mai 2011 deutlich nach unten korrigiert. Die 2008 ermittelte Zahl der Muslime erfolgte somit auf Basis überhöhter Zahlen. Ein Vergleich beider Hochrechnungen ist daher nicht möglich.

Autorin der Studie: Dr. Anja Stichs

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