BAMF-Newsletter Nr. 08/2021 ,
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in der Nacht zum 19. August sind die ersten Flugzeuge mit aus Afghanistan evakuierten Menschen in Frankfurt gelandet. Mitarbeitende des Bundesamtes waren zu diesem Zeitpunkt schon längst am Flughafen im Einsatz und hatten dort die sogenannten mobilen Registrierungsstraßen installiert. Während die Bundeswehr die Luftbrücke organisiert hat, die die Menschen aus Kabul über Taschkent nach Deutschland gebracht hat, bestand die Aufgabe des Bundesamtes gemeinsam mit der Bundespolizei darin, sich um diese Menschen zu kümmern, sobald sie mit den Flugzeugen in Deutschland gelandet waren.
Zu den Details dieser Aufgaben kann ich Ihnen den Bericht zur Aufnahme afghanischer Ortskräfte auf unserer Homepage empfehlen. Sie werden sich dann bildhaft vorstellen können, wieviel Arbeit zu bewältigen war und dass unsere Mitarbeitenden vor Ort dies in Tag- und Nachtschichten hervorragend bewältigt haben.
Diese Arbeit direkt am Flughafen war wichtig, denn es ging hier um mehr als die Registrierung: Die ankommenden Menschen mussten zunächst mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln versorgt werden, einige haben auch medizinische Hilfe benötigt und fast alle hatten Fragen, was denn jetzt passieren werde, die mussten natürlich auch beantwortet werden. Trotzdem haben wir es geschafft, diese Menschen so schnell wie möglich in Unterkünfte zu bringen, wo sie in aller Ruhe ankommen konnten, um irgendwann das Gefühl zu haben, jetzt wirklich in Sicherheit zu sein.
Wenn ich soeben von Tag- und Nachtschichten gesprochen habe, so war dies ernst gemeint: Rund um die Uhr sind Flugzeuge mit evakuierten Menschen gelandet, dementsprechend liefen die Registrierungsstraßen ebenfalls rund um die Uhr. Die Arbeitsbelastung war enorm und trotzdem habe ich im Gespräch mit den an den Flughäfen eingesetzten Kolleginnen und Kollegen immer gehört, dass diese Belastung in dieser Situation zweitrangig sei.
Das Gefühl, einen wichtigen Beitrag geleistet zu haben, damit diese Luftbrücke funktionieren konnte, war immer und überall zu hören und auch zu spüren. Und ich habe dies auch selbst erlebt, wenn ich noch einige Anfragen aus Redaktionen beantworten musste, nachdem ich mein Kind zu Bett gebracht hatte. Der Gedanke, Teil dieser Luftbrücke zu sein und damit beizutragen, dass viele Menschen künftig in Sicherheit leben dürfen, war größer als der Wunsch, pünktlich Feierabend machen zu können. So haben viele Kolleginnen und Kollegen des Bundesamtes in den vergangenen Wochen gedacht, und vielleicht verzeihen Sie uns, dass darum u.a. dieser Newsletter ausnahmsweise etwas später als gewohnt in Ihrem Postfach ist.
Herzlichst
Jochen Hövekenmeier
Pressesprecher des BAMF


